Viele junge Frauen fühlen sich nicht sicher im ÖPNV: MVG und Polizei geben Hinweise

Viele junge Menschen fühlen sich nachts in U-Bahnen und Bussen unsicher, vor allem Mädchen und Frauen. Eine Infokampagne von Polizei, MVG und Bahn zeigt nun, wo Hilfe bereitsteht – und warum sich Fahrgäste trauen sollen, den Notrufknopf zu drücken.
Irene Kleber |
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"Helfer sind fast immer in der Nähe" – wie Einsatzkräfte von Polizei,  U-Bahnwache oder Sicherheitskräfte der Deutschen Bahn. Darauf macht die Info-Kampagne "Sicher unterwegs" von Polizei und MVG aufmerksam.
"Helfer sind fast immer in der Nähe" – wie Einsatzkräfte von Polizei, U-Bahnwache oder Sicherheitskräfte der Deutschen Bahn. Darauf macht die Info-Kampagne "Sicher unterwegs" von Polizei und MVG aufmerksam. © Polizei München

Vielleicht fällt es Ihnen auf in den nächsten Tagen. Auf den Bildschirmen in den U-Bahnen sind neue Sprüche zu lesen. "Die Polizei ist rund um die Uhr für Sie da", steht da zum Beispiel. Oder auch: "Sie benötigen Hilfe in den Bahnen? Nutzen Sie die Sprechstellen direkt zum Fahrpersonal." Oder: "Brauchen Sie Hilfe im U-Bahnhof? Drücken Sie den Notrufknopf. Wir hören und sehen Sie."

Zwei Drittel der Mädchen und Frauen fühlen sich nicht sicher im ÖPNV

Es ist die Info-Kampagne "Sicher unterwegs", die die Münchner Polizei jetzt mit MVG, Bundespolizei und Deutscher Bahn gestartet hat. Hintergrund ist die Studie des Kreisjugendrings (KJR) zum Unsicherheitsgefühl junger Münchnerinnen und Münchner im ÖPNV, die letzten Oktober Aufsehen erregt hat.

Zwei Drittel der befragten Mädchen und Frauen fühlen sich demnach nachts in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht sicher. Und ein Fünftel der Buben und Männer.

Sie haben am Freitag (13.3.) die Info-Kampagne "Sicher unterwegs" gestartet (v.l.): Polizeipräsident Thomas Hampel, S-Bahn-Chef Heiko Büttner, Polizeidirektor Steffen Quaas (Bundespolizei) und MVG-Chef Ingo Wortmann.
Sie haben am Freitag (13.3.) die Info-Kampagne "Sicher unterwegs" gestartet (v.l.): Polizeipräsident Thomas Hampel, S-Bahn-Chef Heiko Büttner, Polizeidirektor Steffen Quaas (Bundespolizei) und MVG-Chef Ingo Wortmann. © Polizei München

Pöbeleien, Betrunkene und Respektlosigkeit

"München ist die sicherste Großstadt Deutschlands", betonte Polizeipräsident Thomas Hampel bei der Kampagnen-Vorstellung am Freitag. Man wisse aber, dass dennoch ein Gefühl von Unsicherheit entstehen kann, etwa durch Pöbeleien oder Betrunkene. Und auch in München nehme die Respektlosigkeit und damit die Bereitschaft zur Gewalt zu.

U-Bahnfahrer Christian Papp hört vorn im Zug, wenn jemand hinten im Wagen auf den grünen Knopf drückt – und kann direkt mit dem betroffenen Fahrgast sprechen. Im Notfall informiert Papp per Funk die U-Bahn-Wache, die dann am nächsten Bahnhof zusteigt und zu Hilfe kommt.
U-Bahnfahrer Christian Papp hört vorn im Zug, wenn jemand hinten im Wagen auf den grünen Knopf drückt – und kann direkt mit dem betroffenen Fahrgast sprechen. Im Notfall informiert Papp per Funk die U-Bahn-Wache, die dann am nächsten Bahnhof zusteigt und zu Hilfe kommt. © Irene Kleber

"Fast immer Hilfe in der Nähe"

Was die Kampagne den Bürgerinnen und Bürgern klar machen soll: In brenzligen Situationen im ÖPNV und an Bahnhöfen sei fast immer Hilfe in der Nähe. Im Notfall sei auch die Polizei "in vier Minuten da".

Ärger in der U-Bahn? Per Knopfdruck an diesem grünen "Notruf"-Schild erreichen Sie den Fahrer und können direkt mit ihm sprechen. Diese Knöpfe befinden sich innen neben jeder U-Bahn-Tür.
Ärger in der U-Bahn? Per Knopfdruck an diesem grünen "Notruf"-Schild erreichen Sie den Fahrer und können direkt mit ihm sprechen. Diese Knöpfe befinden sich innen neben jeder U-Bahn-Tür. © iko

Per Knopfdruck mit dem U-Bahn-Fahrer sprechen

Beispiel U-Bahn: An jeder Tür befindet sich ein grünes Notruf-Schild mit einem Knopf. Wer drauf drückt, spricht sofort mit dem U-Bahnfahrer. Der informiert im Notfall über Funk die U-Bahnwache – die steige dann am nächsten Bahnhof zu, erklärt MVG-Chef Ingo Wortmann. "Man darf sich wirklich trauen, diesen Knopf zu benutzen", sagt er, "lieber einmal zu viel als zu wenig."

In allen U-Bahnhöfen stehen solche roten SOS-Notrufsäulen – jeweils zwei an jedem Bahnsteig.
In allen U-Bahnhöfen stehen solche roten SOS-Notrufsäulen – jeweils zwei an jedem Bahnsteig. © iko

Oder Beispiel U-Bahnhof: An jedem Bahnsteig in und um München stehen zwei feuerwehrrote SOS-Notrufsäulen. Wer dort auf den Knopf drückt, erreicht direkt die U-Bahn-Leitstelle.

Frauen trauen sich oft nicht, den Knopf zu drücken

Beim Kreisjugendring wünscht man sich, dass die Kampagne noch mehr konkrete Situationen benennt, in denen ein Knopf gedrückt werden darf. "Wenn Frauen sich verfolgt oder bedrängt fühlen, trauen sie sich oft nicht, den Notruf zu nutzen", sagt KJR-Referentin Theresa Baum. Der MVG-Chef will bei den Bildschirm-Sprüchen deshalb noch nachbessern: "Sie fühlen sich belästigt? Drücken Sie den Notrufknopf."

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  • Chris_1860 vor einer Stunde / Bewertung:

    Interessant, dass gerade dieses Blättchen die "Stadtbild-Eindrücke", die alle Menschen ohne Scheuklappen bestätigen, nun analog kommuniziert.

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