Viel Lärm um nichts? Strahlen-Alarm im Englischen Garten sorgt für Spezialeinsatz der Feuerwehr
Die Aufregung um den Strahlen-Alarm im Englischen Garten hat sich gelegt. Ein Mann, der als Hobby in seiner Freizeit radioaktive Strahlung in der Umwelt misst, hat im Englischen Garten mit seinem Geigerzähler Werte gemessen, die er falsch interpretierte. Nach Angaben der Polizei fand er einen Fleck aus "grauem Staub" in der Nähe eines Weges, der zum Biergarten Aumeister führt.
Richtige Messung, aber falsche Interpretation
Mit seinem Geigerzähler stellte der Mann an dem Staub eine Belastung von 1,5 Mikrosievert fest. Eine sehr geringe Dosis ionisierender Strahlung, wie es unter Fachleuten heißt. Sie entspricht einem Millionstel Sievert (0,0000015 Sv). Die Aufregung bei dem Mann war trotzdem groß. Er hielt den Messwert für hoch und verständigte den Polizeinotruf. Feuerwehr und Polizei rückten an.
Feuerwehr schickt Spezialtruppe
Die Berufsfeuerwehr schickte die Analytische Taskforce (ATF) raus, eine Spezialtruppe, die es in dieser Form in ganz Deutschland nur acht Mal gibt. Diese ist mit Messgeräten ausgerüstet, um alle möglichen Umweltgefahren zu messen und an Ort und Stelle zu analysieren. Auch die Experten kamen auf einen Wert von 1,5 Mikrosievert.

"Kein Grund, um sich Sorgen zu machen", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. "Jeder Bodenbelag aus Granit hat eine gewisse radioaktive Strahlung. Die ist allerdings so gering, dass es niemanden interessiert." Bei dem grauen Pulver könnte es sich nach Einschätzung der Fachleute bei der Feuerwehr um Bauschutt handeln, den jemand dort abgeladen hatte. "Der Fund war völlig bedenkenlos und normal", betonte der Sprecher der Berufsfeuerwehr.
Am Ende alles ganz harmlos
In diesem Fall lief es etwas anders. 40 Jahre nach dem Super-GAU im Atomkraftwerk Tschernobyl erregte die Meldung sofort Aufsehen. Über verschiedene Medien und im Internet verbreitete sich die Nachricht blitzschnell: "Polizei sperrt Englischen Garten wegen Strahlen-Notruf ab." Dass es nur ein paar Quadratmeter waren, ging in der ersten Aufregung unter. Lediglich einige Radler und Fußgänger, die zufällig vorbeikamen, hatten Pech. Sie mussten einen Umweg in Kauf nehmen.
Normaler Betrieb im Biergarten
Selbst im Aumeister bekam man nichts mit vom sogenannten Strahlen-Alarm. "Der Biergarten hatte geöffnet. Bei uns lief alles ganz normal. Wir haben nur die Feuerwehr vorbeifahren sehen", sagte eine Sprecherin des Biergartens. Nach einer Stunde war der Einsatz am Dienstagabend beendet. Die Spezialisten der Feuerwehr rückten wieder ab.
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