Verschmustes München: Liebesbotschaften in der Stadt

Gabi liebt Peter, Peter liebt Gabi und Moni und Chantal: Ob geschnitzt oder auf Schlössern – Liebesschwüre finden sich wirklich überall. Der AZ-Stadtspaziergänger hat sich in München auf die Suche gemacht.
| Sigi Müller
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Ein weiteres Schloss oben am Alten Peter.
Sigi Müller 8 Ein weiteres Schloss oben am Alten Peter.
Die Wittelsbacherbrücke ist geradezu übersät mit Liebesschlössern – hinten die Kirche St. Maximilian.
Sigi Müller 8 Die Wittelsbacherbrücke ist geradezu übersät mit Liebesschlössern – hinten die Kirche St. Maximilian.
Eins ist klar: Diese Liebelei hat bereits Moos angesetzt.
Sigi Müller 8 Eins ist klar: Diese Liebelei hat bereits Moos angesetzt.
Auch hier nagt der Zahn der Zeit: 1961? 1973?
Sigi Müller 8 Auch hier nagt der Zahn der Zeit: 1961? 1973?
Zwei Herzen aus dem Jahr 1961. Ob die Liebe noch besteht?
Sigi Müller 8 Zwei Herzen aus dem Jahr 1961. Ob die Liebe noch besteht?
Hier ist der Fall klar: Diese Liebe ist nicht folgenlos geblieben.
Sigi Müller 8 Hier ist der Fall klar: Diese Liebe ist nicht folgenlos geblieben.
Vor den Schlössern wurden die Liebesbotschaften meist in den Baum geritzt.
Sigi Müller 8 Vor den Schlössern wurden die Liebesbotschaften meist in den Baum geritzt.
Ein paar Buchstaben sind noch zu lesen – mehr aber nicht mehr.
Sigi Müller 8 Ein paar Buchstaben sind noch zu lesen – mehr aber nicht mehr.

München - Wir alle kennen die Liebesschlösser, die überall in München an Brücken, Zäunen, Geländern angebracht sind. Klare Statements, wer da wen und oft auch seit wann liebt.

Offen bleibt, wie lange noch, oder ob das Schloss die Liebe nicht längst überdauert hat. Besonders aufgefallen ist mir ein Schloss mit "Herr" und "Frau". Offensichtlich liebte man sich, war aber noch per "Sie". An anderen Schlössern hängen mittlerweile kleine Schlösschen mit Namen. Da hat’s offensichtlich sogar geklappt mit dem Wunsch nach einer eigenen Familie.

Bei Schustern oder Schlüsseldiensten kann man diese Schlösser in allen Farben, Formen und auch mit Gravur kaufen. Da ist regelrecht ein neuer Markt entstanden. Wie aber war das früher, als man solche Schlösser noch zweckgemäß zum Schließen nutzte? Da schnitzte man Herzen, Initialen, Daten oder kleine Botschaften in die Rinde von Bäumen. In den Münchner Parks kann man viele davon finden – manche so alt, dass man sie kaum noch entziffern kann. Heute bitte nicht mehr nachmachen, die Bäume werden’s Ihnen danken.

Wer aber ritzte 1949 seine Initialen und die der Geliebten in einen Baum im Englischen Garten? Oder wer 1948 in Bogenhausen? Vor etlichen Jahren fand ich in einem Wald in Hessen die Botschaft eines "H. F.", eines französischen Kriegsgefangenen, der 1941 die Liebe zu seinem Land in einen Baum ritzte. "Prisonnier" und "Vive la France" stand da, gerade noch zu lesen. Was mag aus ihm geworden sein?

In diesem Sinne eine schöne Woche, Ihr Sigi Müller.


AZ-Fotograf und Stadtspaziergänger Sigi Müller. Foto: AZ

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