Vergiftet? Familie im Schlaf ausgeraubt

Als eine Familie nach einer Übernachtung in ihrem Wohnmobil aufwacht, fühlen sich alle krank. Wertsachen und Bargeld sind verschwunden. Haben die Räuber ihre Opfer im Schlaf betäubt?
| Ralph Hub
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Tatort: der Rastplatz Hofldinger Forst an der Autobahn A8.
dpa/Google Tatort: der Rastplatz Hofldinger Forst an der Autobahn A8.

Als eine Familie nach einer Übernachtung in ihrem Wohnmobil aufwacht, fühlen sich alle krank. Wertsachen und Bargeld sind verschwunden. Haben die Räuber ihre Opfer im Schlaf betäubt?

München – Die vierköpfige Familie aus Litauen war im Urlaub auf dem Weg nach Österreich. Mitten in der Nacht kamen im Hofoldinger Forst die Räuber.

Gegen 23 Uhr erreichte der 61-Jährige aus Liliunai nördlich der Hauptstadt Vilnius am Montag den Rastplatz Hofoldinger Forst an der A 8 nach Salzburg. Mit an Bord war seine Frau, eine Sozialarbeiterin (55), der Sohn (32) und dessen Freundin (28), die bei der Polizei in Litauen arbeitet.

Weil es so heiß war, ließen die Urlauber über Nacht am Alkoven ein Fenster offen. Morgens um fünf Uhr wachte der erste von ihnen mit einem gewaltigen Brummschädel auf. Auch die anderen klagten über Kopfschmerzen, Schwindel und Kratzen im Hals.

Dann der Schock: Die Beifahrertür des Wohnmobils war aufgebrochen und das Wohnmobil durchwühlt worden. Der Täter hatte diverse Fächer und Schränke durchsucht, die Reisetaschen ebenso. Zwei Handys, ein Tablet und die Urlaubskasse mit rund 500 Euro in bar waren futsch. Die Kripo geht davon aus, dass Gangster Narkosegas in das Wohnmobil gepumpt haben, um dann die Opfer in aller Ruhe ausrauben zu können. Welches Gas verwendet wurde, versuchen Gerichtsmediziner herauszufinden. Blut- und Urinproben der Urlauber werden im Labor getestet.

„In München wäre es der erste derartige Fall“, sagt Polizeisprecher Werner Kraus. In Nord- und Ostdeutschland sollen schon mehrere Überfälle dieser Art verübt worden sein.

Berichte über Camper, die mit Narkosegas ausgeknockt wurden, gibt es viele. Vor allem von Urlaubern aus Italien. In Südtirol sollen Touristen sogar auf Campingplätzen Opfer geworden sein. Auch aus

Frankreich gibt es Meldungen von der Rhônetal-Autobahn. Österreich ist angeblich ebenfalls betroffen. Medien in Kärnten berichteten von einer Serie nahe Graz. Narkosegas nachzuweisen, gelang nicht. Was auch ziemlich schwierig ist. „Ähnlich wie bei K. O.-Tropfen verflüchtigen sich die Substanzen sehr schnell“, sagt Werner Kraus, sie sind daher nur schwer nachzuweisen.“

Was manchen Camper glauben lässt, dass Berichte nur „heiße Luft im medialen Sommerloch“ seien.

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