"Vereinen statt verbieten": Hier kommen Münchner Mountainbiker jetzt auf ihre Kosten

Nachhaltiges Nebeneinander von Actionsport und Naturschutz: Im Münchner Westen können sich Mountainbiker auf vom Baureferat ausgebauten Strecken austoben.
von  Guido Verstegen
Um die Biotopflächen zu stärken und das Laubfroschhabitat zu schützen, hat das Baureferat die zahlreichen Wege auf Haupttrails reduziert.
Um die Biotopflächen zu stärken und das Laubfroschhabitat zu schützen, hat das Baureferat die zahlreichen Wege auf Haupttrails reduziert. © Baureferat

Vor allem Mountainbiker haben das Areal nahe der städtischen Baumschule an der Willibaldstraße in Laim verstärkt für sich entdeckt. Jetzt macht das Baureferat aus der Vielzahl von Fahrspuren und Trampelpfaden einen eigenen Parcours.

"Das Projekt vereint Sport, Action und Naturschutz" 

Das neue Angebot – von der Stadt angepriesen als Mix aus Pumptrack und Trails – soll sich sowohl für geübte Fahrer als auch für Anfänger eignen. Dies nicht zuletzt dank des jetzt erhöhten Sicherheitspotenzials.

"Dieses Projekt vereint Sport, Action und Naturschutz auf nachhaltige Art und Weise. Unsere Baumschule und der Landschaftspark West mit seinen weitläufigen Freiflächen sind grüne Oasen, die es zu schützen gilt", sagt Baureferentin  Jeanne-Marie Ehbauer. Die intensive Nutzung durch Mountainbiker sei bereits gegeben gewesen, "deswegen vereinen wir lieber als zu verbieten".

Anspruchsvoller Singletrail mit Steilabfahrten und Sprüngen

Die Gartenbau-Fachleute haben die Streckenplanung in zwei Bereiche unterteilt: Im Eingangsbereich erwartet die Nutzer ein Pumptrack-Rundkurs, der sich dank seiner sanften Hügel auch für Anfänger eignet. Im weiteren Verlauf lockt ein anspruchsvollerer Singletrail mit zwei Steilabfahrten und Sprungmöglichkeiten. Eine zusätzliche Attraktion ist der neue Hauptzugang im Nordosten der Fläche mit seinen Stufen aus Naturstein und einem komfortablen Wartebereich. 

Bund Naturschutz legt neuen Laubfroschtümpel an

Das Konzept sei in enger Abstimmung mit den Nutzern, dem Verein Tretlager, dem TÜV und dem Sportamt der Stadt entwickelt worden. "Der Bund Naturschutz hat als Ausgleichsmaßnahme einen neuen Laubfroschtümpel auf dem benachbarten Grundstück angelegt – ergänzt durch Strauchpflanzungen und eine rund 500 Quadratmeter große Blumenwiesenfläche", heißt es beim Baureferat. Die Tümpel vermeiden eine Verkürzung des Rundwegs und bieten eine neue Einzäunung. 

Biotopflächen werden unter anderem mit Baumstämmen geschützt 

Das von der städtischen Baumschule ursprünglich als Erdlager genutzte Areal habe sich nach der Stilllegung zu einem waldartigen, abwechslungsreichen Gelände entwickelt und sei von den Mountainbiker "als informelle Strecke im urbanen Raum" entdeckt worden: "Dies hat jedoch zunehmend die als Biotopflächen kartierten Randflächen sowie die beiden im südlichen Bereich angelegten Tümpel, die als Lebensraum für Laubfrösche Bedeutung für den Natur- und Artenschutz haben, beeinträchtigt."

Das Baureferat schützt die angrenzenden Biotopflächen mit Baumstämmen, Findlingen und neuen Sträuchern geschützt. So ist gewährleistet, dass es für die Mountainbiker nicht wieder auf Nebenwegen weiter geht. 

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