Verein Mobil in Deutschland: Autofahrer in München werden diskriminiert

Der Verein "Mobil in Deutschland" lässt sich über den geplanten Radlschnellweg in München aus. Autofahrer würden demnach diskriminiert werden.
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Der Vorwurf des Automobilclubs: Die Stadt würde saisonale Verkehrspolitik zum Vorteil der Radfahrer betreiben. (Symbolbild)
Frank Leonhardt/dpa Der Vorwurf des Automobilclubs: Die Stadt würde saisonale Verkehrspolitik zum Vorteil der Radfahrer betreiben. (Symbolbild)

München - Auf einer Strecke von gut zehn Kilometern soll der geplante Radlschnellweg von der Münchner Innenstadt bis raus nach Garching führen. Viel Lob gibt es dafür für die selbsternannte "Radlhauptstadt", doch nicht jeder ist von der Idee einer Fahrrad-Autobahn quer durch die Stadt angetan.

So äußerte sich jetzt der Verein "Mobil in Deutschland" zum Vorhaben und wirft dem Rathaus eine "einseitige und saisonale Verkehrspolitik" vor, "die sich seit Jahrzehnten immer nur gegen den automobilen Individualverkehr" richten würde. Für Präsident Dr. Michael Haberland geht es in München nur darum, "die Autofahrer zu diskriminieren und auszubremsen". Für ihn sei die Verkehrspolitik Münchens ausschließlich für die Sommermonate gemacht, er fordert klare Bekenntnisse für Autofahrer und mehr Infrastruktur.

Parkplatzsuche in Schwabing: Zweimal um die Welt

Für den Radlschnellweg müssten auf der gesamten Strecke rund 900 Parkplätze weichen, für Haberland ein Unding: "Die Autofahrer quälen sich allein in Schwabing tagtäglich 80.000 km, das heißt zweimal um die Welt, um wirklich einen Parkplatz zu finden. Man hofft, dass Pendler so aufs Rad umsteigen, aber das wird nicht passieren. Pendler fahren im Schnitt 40 km täglich. Das macht man nicht mit dem Fahrrad." Christian Krimpmann von der CSU, Vorsitzender des örtlichen Bezirksausschusses in der Maxvorstadt, fordert deshalb Ersatzparkplätze in Form von größeren Tiefgaragen. Laut Krimpmann dürfe kein Ungleichgewicht zwischen Auto- und Fahrradfahrern entstehen.

Der Automobilclub fordert ein intelligentes Verkehrskonzept für die bayerische Landeshauptstadt, in dem sowohl der Fahrrad- als auch der Autoverkehr miteinander funktionieren könnten. "Wenn durch Radwege neue Probleme wie Staus oder Parksuchverkehr entstehen, lehnen wir dies kategorisch ab. Solche Projekte wie die sogenannte 'Fahrradautobahn' sind nicht Teil einer Lösung, sondern das Problem."

Der Radlschnellweg soll 34 Millionen Euro kosten – läuft alles nach Plan, könnten die Münchner ab 2021 über die Fahrradautobahn düsen – zum Leidwesen der Autofahrer.

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