Verdi streikt am Mittwoch erneut in München: U-Bahn, Tram und Busse betroffen

Hunderttausende Pendler müssen in den zwei größten Städten für Mittwoch nach Alternativen zum ÖPNV suchen.
AZ/dpa |
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Am Mittwoch, 11. Februar 2026, kommt es in München erneut zu einem Streik beim ÖPNV. (Archivbild).
Am Mittwoch, 11. Februar 2026, kommt es in München erneut zu einem Streik beim ÖPNV. (Archivbild). © IMAGO/Wolfgang Maria Weber (www.imago-images.de)

München - Verdi ruft für Mittwoch erneut zu einem ganztägigen Nahverkehrs-Warnstreik in München und Nürnberg auf. Betroffen sind der Gewerkschaft zufolge U- und Straßenbahnen sowie Buslinien, die nicht von privaten Dienstleistern bedient werden.Auch Kundencenter und Fundbüros können von den Streiks betroffen sein.

Wie schon beim ersten Warnstreik am 2. Februar, soll laut MVG im Busverkehr ein stark eingeschränkter Betrieb möglich sein, da private Busunternehmen, die im Auftrag der MVG fahren, nicht bestreikt werden. Fahrgäste müssen sich allerdings darauf einstellen, "dass die Busse unregelmäßig fahren und nur ein Teil der Linien bedient werden kann".

Erneut ÖPNV-Streik in München: Wohl keine U-Bahn, nur wenige Busse und Trambahnen fahren

Die U-Bahn bleibt laut MVG außer Betrieb – aus Sicherheitsgründen, so heißt es von offizieller Seite. Ob sie überhaupt fahren könne, sei davon abhängig, ob genug Personal in der Leitstelle zur Verfügung steht. Außerdem benötige man entsprechendes Fahrpersonal, um zumindest eine Linie in Betrieb nehmen zu können.

Ähnlich sieht es bei der Tram aus. Falls Fahrzeuge personell besetzt werden können, so würden diese zunächst auf der am stärksten nachgefragten Linie 20 in der Dachauer Straße eingesetzt werden.

Die MVG empfiehlt am Streiktag auf andere Verkehrsmittel auszuweichen, Fahrgemeinschaften zu bilden oder Home Office einzuplanen, wenn möglich. Die S-Bahnen und Regionalbusse, die über die Deutsche Bahn betrieben werden, werden nicht bestreikt.

Die von der Bahn betriebene S-Bahn sowie Regionalbahnen sind nicht betroffen. 

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Zweiter Warnstreik binnen weniger Tage

Es ist der zweite Warnstreik in Bayern in der aktuellen Tarifrunde. Am vergangenen Montag hatte Verdi bereits im Rahmen einer annähernd bundesweiten Aktion den Nahverkehr in mehreren größeren bayerischen Städten teilweise lahmgelegt. Auch damals waren München und Nürnberg bereits betroffen.

Damit habe man Bewegung in die Tarifrunde bringen wollen, hieß es von der Gewerkschaft. Diese Hoffnung wurde allerdings enttäuscht: "Ein positives Signal seitens der Arbeitgeber hätte den zweiten Streiktag verhindert", sagt der stellvertretende Landesbezirksleiter Sinan Öztürk. Dass es zwei Tage vor der zweiten Verhandlungsrunde nun erneut zum Warnstreik komme, sei "alleine der Tatsache geschuldet, dass die Arbeitgeber mit ihren Äußerungen überdeutlich machen, dass sie die Nöte der Beschäftigten nicht ernst nehmen".

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668,75 Euro mehr pro Monat gefordert

In Bayern fordert Verdi unter anderem eine Entgeltsteigerung von 668,75 Euro und eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit. Die bayerischen Städte weisen das als zu teuer zurück. Die Finanzlage vieler Kommunen ist wegen der stark gestiegenen Kosten ohnehin schlecht, im öffentlichen Nahverkehr sind die Defizite der kommunalen Verkehrsgesellschaften in den vergangenen Jahren gestiegen. 

Der Tarifvertrag Nahverkehr gilt in Bayern laut Verdi für etwa 20 Unternehmen mit 9.000 Beschäftigten. Den bislang letzten Tarifabschluss im bayerischen ÖPNV gab es 2023. Dieser "Tarifvertrag Nahverkehr" (TV-N) war schon 2024 ausgelaufen. Verdi hatte sich damals jedoch entschieden, den bayerischen Tarif nicht separat neu zu verhandeln, sondern abzuwarten, bis auch in den übrigen Bundesländern wieder Verhandlungen anstehen. 

Starke Beeinträchtigungen beim letzten Mal

Beim Warnstreik vergangene Woche hatte es starke Beeinträchtigungen gegeben. In München waren U-Bahnen außer Betrieb, außerdem mit Ausnahme der Tramlinie 20 auch alle Straßenbahnen. Allerdings hielt die Verkehrsgesellschaft MVG den Busverkehr auf sämtlichen Linien aufrecht, wenn auch teilweise mit stark ausgedünntem Fahrplan. In Nürnberg standen U-Bahnen und Straßenbahnen ebenfalls still, das kommunale Verkehrsunternehmen VAG hielt einen Notfahrplan mit 16 Buslinien aufrecht.

Der Streik schlug dabei auch auf den Autoverkehr durch: In München stieg der Staulevel dem Verkehrsdatenexperten TomTom zufolge im morgendlichen Berufsverkehr auf mehr als das Dreifache des Jahresdurchschnitts für diese Uhrzeit.

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  • FRUSTI13 vor 32 Minuten / Bewertung:

    Weniger arbeiten und noch fast € 700 on top! An der Rechnung kann was nicht aufgehen!

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  • Peterauslaim vor 41 Minuten / Bewertung:

    Analyst du sollst nicht immer von dir auf andere schließen

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  • Peterauslaim vor einer Stunde / Bewertung:

    @Nobbse2710
    Wenn du meinst, 668€ mehr pro Monat und dafür weniger Wochenarbeitszeit ist normal, musst du doch selbst an deiner Intelligenz zweifeln.

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