Veggie Day in Kantinen gescheitert

Fleischfrei? Läuft nicht, sagen die Pächter der Kantinen im Rathaus und im Baureferat. Einer glaubt: „Man kann den Leuten nicht vorschreiben, wann sie vegetarisch essen sollen“
| Julia Lenders
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Was Vegetarisches oder doch die Currywurst? Diese Entscheidung möchten die Stadt-Beschäftigten offenbar lieber selbst treffen.
Was Vegetarisches oder doch die Currywurst? Diese Entscheidung möchten die Stadt-Beschäftigten offenbar lieber selbst treffen.

Fleischfrei? Läuft nicht, sagen die Pächter der Kantinen im Rathaus und im Baureferat: „Man kann den Leuten nicht vorschreiben, wann sie vegetarisch essen sollen."

München - Über die Forderung der Grünen nach einem „Veggie Day“ ist vor den Wahlen heiß diskutiert worden. Was die wenigsten dabei wussten: In München gab’s längst einen Praxistest. Bei dem hat sich gezeigt: Ein rein vegetarischer Tag in den Kantinen ist mit den Stadt-Beschäftigten nicht zu machen.

Das geht jetzt aus einer Antwort des Personalreferats auf einen Antrag der Rathausfraktion „Bürgerliche Mitte“ hervor. Das Bündnis aus Freien Wählern, ÖDP und Bayernpartei hatte gefordert, dass in München auf einen Veggie Day verzichtet werden solle.

Anlass für Personalreferent Thomas Böhle, nun zu berichten: Die Pächter der Kantinen im Rathaus und im Baureferat hätten zeitweise einen fleischfreien Tag im Angebot gehabt. „Beide Einrichtungen nahmen jedoch innerhalb kürzester Zeit wieder Abstand von der Neuerung, da die Umsatzzahlen hinter den Erwartungen zurückblieben.“ Der vegetarische Tag habe nicht den erhofften Anklang gefunden. „Das Experiment ist trotz positiver Einstellung und Veränderungsbereitschaft der Kantinenpächter als gescheitert zu betrachten“, schreibt Böhle.

Die AZ hat mit Alfons Schneider, dem Pächter der Rathauskantine gesprochen. Täglich verköstigt er 250 städtische Mitarbeiter und 400 bis 500 externe Gäste. Deren Lieblingsgerichte? „Was immer geht, ist Bratwurst, Schweinsbraten und Schnitzel.“

Wobei die Kantine auch viel fleischfreie Kost anbietet. Jeden Tag gebe es ein Salat- und Antipasti-Buffet sowie zwei vegetarische Gerichte, berichtet Schneider. Zudem könne man nur Beilagen bestellen. „Der Anteil von Fleisch an den Speisen liegt vielleicht bei 30 Prozent“, schätzt er.

Pro Woche würden etwa 200 Kilo Fleisch verarbeitet, das von Bauern aus der Region käme.

Den zeitweise eingeführten „Veggie Day“ habe er bald wieder abgeschafft. „Schon beim zweiten oder dritten Mal haben wir festgestellt, dass der Donnerstag ein schlechter Tag geworden ist.“ Gäste seien ausgeblieben oder hätten ihr Missfallen bekundet. Schneiders Fazit: „Man kann den Leuten nicht vorschreiben, wann sie vegetarisch essen sollen.“

Inzwischen distanzieren sich auch Grüne. OB-Kandidatin Sabine Nallinger versprach nach dem mauen Bundestagswahl-Ergebnis: „Ich würde keinen Veggie Day vorschreiben.“

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