Vandalen an der Corneliusbrücke – kommt jetzt die Kameraüberwachung?

Würde der Gärtnerplatz nicht dreimal am Tag geputzt werden, sagt Dietmar Holzapfel im Gespräch mit der AZ, wäre es nicht mehr der Gärtnerplatz. Sondern: der Müllplatz. Holzapfel betreibt am Platz das Hotel (und die Szene-Sauna) Deutsche Eiche. Und ist der Initiator des Kini-Denkmals ein paar Hundert Meter weiter auf dem Balkon der Corneliusbrücke – wo Holzapfel nun ebenfalls Vandalismus und Müll beklagt.
Vandalismus am Denkmal-Platz: Was der Initiator jetzt fordert
Holzapfel reicht's! Er fordert eine bessere Beleuchtung des Denkmals, Kameraüberwachung vor Ort – und insgesamt ein härteres Vorgehen gegen Schmierfinken und Randalierer.
In mühevoller Arbeit habe das Baureferat die Bastion an der Corneliusbrücke "von allen Schmierereien und sogenannten Graffitis befreit", so sagt es Holzapfel. Einen Tag später sei die Hauptwand zur Straße hin schon wieder großflächig beschmiert gewesen.
Mittlerweile sind Sockel und Säule für das Denkmal aus 120 Jahre altem Marmor gesetzt. Für das Denkmal haben sich Holzapfel und sein Verein zwölf Jahre lang eingesetzt. Doch auch schon jetzt ist der Sockel wieder (mit einem polizeifeindlichen Spruch) beschmiert.

Das Beet um das Denkmal, in dem Rosen gepflanzt werden sollen, ist laut Holzapfel "mutwillig niedergetrampelt" worden, Bierflaschen hat er auch schon wieder gesichtet.
Holzapfel sagt, sein Verein habe gefordert, dass das Denkmal angeleuchtet werde – für seine Sichtbarkeit, aber durchaus auch "zur Abschreckung der Täter". Das aber sei abgelehnt worden mit dem Argument, die Beleuchtung störe Fledermäuse. Holzapfel süffisant: "Sicherlich stört sich die Fledermaus wesentlich mehr an den Ausdünstungen der Spraydosen der Vandalen."
Sein Verein hat nach Holzapfels Angaben auch bisher schon eine Videoüberwachung des Denkmals angeregt – das sei aber wegen Datenschutz abgelehnt worden.
Was Holzapfel vom FC Bayern und den Löwen fordert
Holzapfel kann es nicht fassen. Wie dieser stets so freundliche Mann am Sonntag ohnehin ziemlich fassungslos wirkt, wenn er sich über die Schmierereien in der Stadt (und von Fußballfans an Autobahnbrücken) in Rage redet. Er fordert mehr Polizeikontrollen und härtere Strafen – übrigens auch für das Aufhängen von Zetteln im öffentlichen Raum. Sprayer sollte man "persönlich dazu verurteilen, den Schaden wieder zu beseitigen – und sei es mit der Zahnbürste!", sagt er. Fußballvereine sollten ihre Anhänger, wenn sie sprühen, mit Stadionverbot bestrafen, findet er.
Nun aber geht es erst mal um sein Denkmal. 1000 Euro Belohnung für Hinweise hat Holzapfel ausgelobt, sollten Vandalen gefasst werden. Am 13. Juni soll der Kini dann eingeweiht werden – in möglichst sauberer Umgebung.