Urteil im Stricher-Mord: Lebenslänglich für Angeklagten

Urteil im Münchner Stricher-Mord: Weil er einen Rentner vor knapp 32 Jahren getötet hat, muss ein heute 56-Jähriger nun lebenslänglich in Haft.
| AZ/dpa
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Ein AZ-Foto vom 17. Januar 1986: Bestatter tragen die Leiche des ermordeten Rentners aus dem Haus in der Auerfeldstraße.
AZ-Archiv Ein AZ-Foto vom 17. Januar 1986: Bestatter tragen die Leiche des ermordeten Rentners aus dem Haus in der Auerfeldstraße.

München - Das Landgericht München I hat am Freitagvormittag sein Urteil gegen einen 56-Jährigen verkündet, der vor fast 32 Jahren einen 80 Jahre alten Rentner in München erschlagen hat. Der Angeklagte bekam eine lebenslange Gefängnisstrafe.

Laut Gericht war der damals 25-Jährige als Stricher mit zu dem Senior gegangen. Allerdings habe er nur vorgegeben, sexuelle Dienstleistungen zu bieten. Stattdessen habe er Bargeld und Wertgegenstände stehlen wollen. Als der Rentner schließlich im Schlafzimmer die sexuellen Dienste gefordert habe, habe ihn der Serbe mit einem Aschenbecher und einem Parfümflakon tödlich verletzt – und anschließend in aller Ruhe die Wohnung durchsucht, aus der er einen Geldbeutel und einen Schlüssel mitnahm.

Ein AZ-Foto vom 17. Januar 1986: Bestatter tragen die Leiche des ermordeten Rentners aus dem Haus in der Auerfeldstraße.
Ein AZ-Foto vom 17. Januar 1986: Bestatter tragen die Leiche des ermordeten Rentners aus dem Haus in der Auerfeldstraße. © AZ-Archiv

So berichtete die Abendzeitung damals vom Mord. Foto: AZ-Archiv

Der angeklagte Serbe bestreitet diese Version. Er sei auch nie Stricher gewesen. Er habe sich gewehrt, den Rentner attackiert, weil dieser plötzlich Sex von ihm verlangt habe. Der Verteidiger plädierte auf Körperverletzung mit Todesfolge. Das Verfahren sei einzustellen, weil die Tat, wenn sie nicht als Mord eingestuft werde, verjährt sei, so der Verteidiger.

Das Gericht erkannte in diesem Fall zwei Mordmerkmale: Habgier und Ermöglichung einer anderen Straftat. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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