Uralte Münchner Tradition vor dem Aus? Protest landet bei Neu-OB Krause

Warum Münchens große Faschingsgesellschaft Narrhalla voller Sorge ist. Und sie jetzt auf OB Dominik Krause setzt. Die AZ erklärt die Debatte.
Felix Müller
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Eine alte Münchner Tradition: Bei einem Narhalla-Ball im Deutschen Theater im Jahr 1966.
IMAGO/United Archives Keystone Eine alte Münchner Tradition: Bei einem Narhalla-Ball im Deutschen Theater im Jahr 1966.

Das Deutsche Theater im Fokus der Stadt-Politik: Für eine Privatisierung des Traditionshauses gibt es in Anbetracht des Riesen-Spardrucks Sympathie. Und nun haben wie berichtet auch noch die PD-Berater der Politik empfohlen, die Ballsaison zu streichen.

"Enge, historische Partnerschaft" würde zu Ende gehen

Die Faschingsbälle sind die vielleicht besonderste und wichtigste Tradition im Münchner Fasching. Entsprechend besorgt reagieren die Ehrenamtlichen auf das Bekanntwerden der Empfehlung. „Mit großer Besorgnis“ habe man „aus der Presse“ von der Diskussion erfahren, heißt es in einem Brief der Faschingsgesellschaft Narrhalla an Neu-OB Dominik Krause (Grüne). „So sehr wir Verständnis für die Aufgabe des Stadtrats haben, der angespannten Haushaltslage Rechnung zu tragen, so sind wir doch der Auffassung, dass die geplanten Einsparungen in diesem Bereich in keinem angemessenen Verhältnis zu ihrer tatsächlichen Wirkung stehen.“

Die „enge, historische Partnerschaft“ zwischen der Narrhalla und dem Deutschen Theater gehe bis auf das Jahr von dessen Eröffnung im Jahr 1896 zurück, wird betont.

Die Faschingsveranstaltungen im Deutschen Theater vereinten bis heute „lebendiges Brauchtum, Kunst, Gestaltung und gesellschaftliches Leben“, seien ein „nicht wegzudenkender Bestandteil Münchner Identität“. Die Besucherzahlen seien in den vergangenen Jahren gestiegen.

"Eine Lücke, die nicht geschlossen werden kann"

Könnten die Bälle nicht anderswo stattfinden? Nein! Findet zumindest Narrhalla-Präsident Matthias Stolz. „Vergleichbare Räumlichkeiten, die sowohl die notwendige Kapazität als auch die historische Bedeutung und die besondere Atmosphäre bieten, stehen nicht zur Verfügung.“

Ein Verlust der Ballsaison im Deutschen Theater würde deshalb „eine Lücke hinterlassen, die an anderer Stelle nicht geschlossen werden kann.“ Sein Fazit: „Dies würde den Münchner Fasching als anerkanntes Kulturgut nachhaltig schwächen und dauerhaft schädigen.“ Nun hofft man auf ein Krause-Machtwort. Ob das kommt? Aus dem OB-Büro hieß es am Mittwoch auf AZ-Anfrage lediglich, der Narrhalla-Brief sei noch gar nicht im Rathaus eingetroffen. 

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  • AK1 vor 24 Minuten / Bewertung:

    Der Superlativ von besonders war mir noch nicht bekannt. Eine ziemlich merkwürdige Wortschöpfung...

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  • marshal vor 41 Minuten / Bewertung:

    Die Ballsaison wird gestrichen, weil sie scheinbar nicht kostendeckend ist. Dann müssen halt die Preise angepasst werden (wenn die Narhalla da mitmacht). Es ist aber halt auch nicht vermittelbar, wenn bspw. im Sozialreferat 200 Mio. gespart werden, die zulasten der Schwächsten gehen und die Faschingsfeiern dann bezuschusst werden. Geld ist halt jetzt knapp.

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