Unvergessener Rudolph Moshammer: Weiße Rosen für ein Münchner Original 

Jedes Jahr am 14. Januar besucht Thomas Hilbert das Mausoleum, in dem Mosi bestattet ist: Er kutschierte den "Modezaren" Rudolph Moshammer und dessen blauhaarige Mutter Else einst im Rolls-Royce herum.  
Nina Job
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So haben ihn die älteren Münchner in Erinnerung: "Modezar" Rudolph Moshammer mit Schoßhündchen Daisy.
So haben ihn die älteren Münchner in Erinnerung: "Modezar" Rudolph Moshammer mit Schoßhündchen Daisy. © imago/Stefan M. Prager

Es kann noch so eisig sein, regnen oder schneien – Thomas Hilbert (59) hält nichts davon ab, am 14. Januar von Altötting nach München zu fahren. Jedes Jahr an diesem Tag, immer vormittags, macht er sich auf den Weg zum Ostfriedhof, um seinem früheren Chef die Ehre zu erweisen. Seit 20 Jahren schon legt Thomas Hilbert am Todestag von Rudolph Moshammer an dessen Mausoleum Blumen nieder.

Treuer, einstiger Weggefährte: Thomas Hilbert legt jedes Jahr Blumen für Mosi nieder.
Treuer, einstiger Weggefährte: Thomas Hilbert legt jedes Jahr Blumen für Mosi nieder. © privat

 

Am 14. Januar 2005 hatte das exzentrische Leben des Rudolph Moshammer ein schlimmes Ende gefunden. Mit 64 Jahren wurde er von einem Iraker, den er auf der Straße aufgegabelt und mit zu sich nach Hause genommen hatte, erdrosselt. Der schreckliche Tod des Münchner Originals erschütterte sehr viele Menschen.

Mit Mutter und Yorkshire-Terrier-Hündin zu den Salzburger Festspielen

Hilbert war in den 90er-Jahren Chauffeur der Moshammers – und er erinnert sich gern an diese Zeit. Auch Mosis Mutter Else fuhr er viel herum. Sogar zum Friseur ließ sie sich bringen, obwohl der Salon, in dem sie sich ihre blauen Haare pflegen ließ, nur ein paar Schritte von der Boutique der Moshammers Carnaval de Venise in der Maximilianstraße entfernt war.

Besonders gern erinnert sich Hilbert an die Salzburger Festspiele 1993. "Das war eine schöne Zeit!" Die Moshammers und er residierten in dieser Zeit im Hotel Schloss Fuschl nahe Salzburg: „Ich habe Mama Else und Moshammer täglich zum Festspielhaus gefahren.“ Er musste den weißen Rolls-Royce in einer Seitenstraße parken und Schoßhündchen der Moshammers hüten. "Jenny" hieß die Yorkshire-Terrier-Hündin damals – sie war eine Vorgängerin von "Daisy".

Nach den drei Wochen im Schlosshotel habe Moshammer generös die Rechnung beglichen, erinnert sich Hilbert. "Er hat gesagt: 'Ich zahle alles!’ Allein für mich hat er 28.000 Mark bezahlt."

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