Unsichere Jobs in München? Gewerkschaft NGG schlägt Alarm

Die neue Bundesregierung muss das Problem prekärer Jobs eindämmen, fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und nennt bei den befristeten Verträgen konkrete Zahlen.
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"Im Zuge der Corona-Pandemie können Befristungen für die Betroffenen zu einem großen Problem werden, weil viele Firmen ihre Arbeitsverträge auslaufen lassen", warnt Tim Lünnemann, Geschäftsführer der NGG-Region München.
"Im Zuge der Corona-Pandemie können Befristungen für die Betroffenen zu einem großen Problem werden, weil viele Firmen ihre Arbeitsverträge auslaufen lassen", warnt Tim Lünnemann, Geschäftsführer der NGG-Region München. © Michael Gstettenbauer/dpa

München - Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ruft Beschäftigte aus dem Lebensmittel- und Gastgewerbe dazu auf, wählen zu gehen - und macht zugleich auf die unsichere Job-Situation in diesen Branchen aufmerksam.

NGG-Forderung: Prekäre Jobs verhindern

"Befristete Stellen sind im Lebensmittelhandwerk und im Gastgewerbe, aber auch in der Ernährungsindustrie stark verbreitet und können für die Betroffenen gerade in der Corona-Pandemie zur Falle werden", sagt Tim Lünnemann, Geschäftsführer der NGG-Region München.

Die nächste Bundesregierung müsse das Problem dringend in den Griff bekommen und prekäre Jobs eindämmen, so die Gewerkschaft am Montag in einer Mitteilung.

Landkreis München: 44 Prozent der neuen Arbeitsverträge befristet  

Die NGG beruft sich auf eine Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung: Im Landkreis München seien zuletzt 44 Prozent aller neu abgeschlossenen Arbeitsverträge befristet gewesen, 6.326 von insgesamt 14.488 Neueinstellungen hatten demnach im zweiten Quartal 2020 ein Verfallsdatum. 

Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) waren im vergangenen Jahr bundesweit 56 Prozent aller Neueinstellungen im Nahrungs- und Genussmittelgewerbe befristet, zitiert die NGG entsprechende Zahlen.

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NGG: Politik muss Befristungen ohne Sachgrund eindämmen 

Im Gastgewerbe lag die Quote demnach mit 45 Prozent ebenfalls weit über dem branchenübergreifenden Durchschnitt von 38 Prozent. Es sei überfällig, dass die Politik Befristungen ohne einen sogenannten Sachgrund eindämme, fordert Lünnemann. Als Sachgründe gelten etwa eine Elternzeitvertretung oder eine Probezeit.

Am Thema Befristungen zeige sich, wie sehr es bei der anstehenden Bundestagswahl auch auf die Stimme der Arbeitnehmer in Bäckereien, Restaurants und Lebensmittelbetrieben ankomme.

Gerade an diese Berufsgruppen appelliert die Gewerkschaft, sich über die Wahlprogramme der Parteien in puncto Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik zu informieren und am 26. September wählen zu gehen.

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