Ungewöhnliche Aktion in München: Was hängt denn da am Siegestor?

In der Ludwigstraße werden Passanten und Autofahrer am frühen Morgen mitunter ihren Augen nicht getraut haben. Was sie da Überraschendes sahen, hat einen ernsten Hintergrund.
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Blick auf das Siegestor in Schwabing. (Archivbild)
Blick auf das Siegestor in Schwabing. (Archivbild) © imago images/imagebroker

Wer am Montagmorgen in der Ludwigstraße unterwegs war und tatsächlich schon wach war, der hat sich vermutlich gewundert. An markanten Plätzen hängt da etwas, was da nicht hingehört. Das steckt dahinter.

Ein Mahnmal für das aktuelle Massenaussterben der Arten

Da sitzt ein Dodo beim Siegestor, da hängt eine Biene vor dem Landwirtschaftsministerium, da hängt ein Eisbär im Eingang zum Hofgarten. "Was soll mir das sagen?", wird sich der eine oder andere Passant gefragt haben.

Ein genauer Blick auf die Schilder um die Hälse der Tiere verrät es und weist auf die Botschaft hin: Sie dienen als Mahnmal für das aktuelle Massenaussterben der Arten.

Das fordern die Aktivisten von Extinction Rebellion

"Lass uns nicht hängen", steht am Eisbären, "Wir sterben in Massen", an der Biene und "Mich gibt's schon nicht mehr" am Dodo. Aktivisten von "Extinction Rebellion" (zu Deutsch "Aufstand gegen das Aussterben") sind dafür verantwortlich.

Mit ihrer nicht genehmigten Aktion wollen die Aktivisten die Aufmerksamkeit auf die akute Katastrophe des Artensterbens hinweisen.
Mit ihrer nicht genehmigten Aktion wollen die Aktivisten die Aufmerksamkeit auf die akute Katastrophe des Artensterbens hinweisen. © Extinction Rebellion

"Wir fordern die bayerische Regierung auf, sofort die 23 Ziele einzuhalten, zu denen sie sich 2022 zum Weltbiodiversitätskongress selbst verpflichtet hat! Wir fordern strengere Naturschutzgesetze und Schutzgebiete, das Verbot von Pestiziden, Insektiziden und Massentierhaltung in Bayern", wird Martin Ulm stellvertretend für Extinction Rebellion München in einer Mitteilung zitiert.

"Wir sterben in Massen", vermeldet die am Landwirtschaftsministerium befestigte Riesenbiene.
"Wir sterben in Massen", vermeldet die am Landwirtschaftsministerium befestigte Riesenbiene.

"Internationaler Tag der biologischen Vielfalt": Protest- und Trauerzug

Mit dieser nicht genehmigten Aktion wolle man die Aufmerksamkeit auf die akute Katastrophe des Artensterbens lenken und die Untätigkeit der Staatsregierung anprangern, die sich verpflichtet habe, das Volksbegehren zum Schutz der Artenvielfalt (Rettet die Bienen) umzusetzen.

Ein Blick auf die Schilder um die Tierhälse verrät: Sie sollen ein Mahnmal für das aktuelle Massenaussterben der Arten sein. "Lass uns nicht hängen" steht am Eisbären.
Ein Blick auf die Schilder um die Tierhälse verrät: Sie sollen ein Mahnmal für das aktuelle Massenaussterben der Arten sein. "Lass uns nicht hängen" steht am Eisbären. © Extinction Rebellion

"Die aufgeknüpften Tiere" seien aber auch ein Appell an die Zivilbevölkerung, sie eben nicht "hängenzulassen", sondern gemeinsam einzutreten für die biologische Vielfalt, von der alle Lebewesen gleichermaßen abhängig seien. Diese Krise sei vom Menschen gemacht, "was auch heißt, dass wir alle, Menschen, sie beenden können", sagt Ulm: "Wir haben es in der Hand."


Am Freitag, 22. Mai ("Internationaler Tag der biologischen Vielfalt") lädt die Gruppe zu einem einen angemeldeten, öffentlichen Protest- und Trauerzug ein. Ab 17 Uhr am Gärtnerplatz und ab 18.30 Uhr mit Reden und Gesang am Odeonsplatz.

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  • Jochen Becht vor einer Stunde / Bewertung:

    Sehr gut. Wird Zeit, dass endlich alles mögliche unternommen wird, um das Artensterben aus zu bremsen. Sonst können sich die Kinder der Zukunft manche Tiere nur noch digital ansehen. Alles Gute und weiterhin viel Erfolg bei euren Aktionen, solange die friedlich sind.

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