Ungelöster Mord an Inga Maria Hauser: So leidet die Familie

Zwei Männer wurden im Fall Inga Maria Hauser festgenommen - beide sind wieder frei.
| Linda Vogt
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In diesem abgelegenen Waldgebiet wurde die Leiche der jungen Backpackerin (Foto oben) gefunden.
dpa In diesem abgelegenen Waldgebiet wurde die Leiche der jungen Backpackerin (Foto oben) gefunden.

Zwei Männer wurden im Fall der in Nordirland getöteten Münchner Studentin Inga Maria Hauser festgenommen - beide sind wieder frei.

München - "Jetzt kommen all diese Gefühle wieder zurück", schreibt eine Frau, die sich im Internet als gute Freundin der Ermordeten vorstellt. "Es ist, als ob es gerade erst passiert wäre."

Dabei liegt die Tat 30 Jahre zurück. Trotz des größten Massengentests in der Geschichte Nordirlands, trotz intensiver Zeugenaufrufe der Polizei: Der oder die Mörder von Inga Maria Hauser (†18) wurden jahrzehntelang nicht gefunden.

Vor zwei Tagen schien es, als käme endlich der Durchbruch: Die Polizei in Nordirland nahm zwei Männer (61, 58) fest (AZ berichtete). Zunächst blieb unklar, ob sie Tatverdächtige oder Mitwisser sind. Die Ermittler hielten sich extrem bedeckt.

"Ich wollte niemals glauben, dass jemand dazu fähig ist"

Einen Tag später schrumpft die Hoffnung wieder. Um 18.03 Uhr twitterte die Polizei Northern Ireland, auch der zweite Mann sei gegen Kaution freigelassen worden. Vormittags hatte bereits der 61-Jährige gehen dürfen.

Die Leiche der jungen Frau zeugte von einer Gewalttat : Ingas Genick war gebrochen, zuvor war sie vergewaltigt worden. Nicht nur ihre Familie und Freunde quält bis heute die Frage, wer der 18-Jährigen, die mit ihrem Rucksack durch Europa reiste, das angetan hat.

"Ein Teil von mir wollte niemals glauben, dass jemand unter uns lebt, der dazu fähig wäre", schreibt ein Mann auf einer Gedenkseite, die in Nordirland für Inga im Internet betrieben wird. Die beiden Männer wurden am Montag nur zwanzig Kilometer vom Tatort entfernt festgenommen.

Ingas Seele soll endlich Ruhe finden

Die Polizei in Nordirland hatte nie locker gelassen. Vor einigen Wochen schickte sie sogar eine Delegation nach München zur Mordkommission, damit der Fall nicht in Vergessenheit gerät.

Die irischen Ermittler baten Ingas ältere Schwester, einen Brief zu schreiben. Es wurde ein eindringlicher Appell an Zeugen, mögliche Mitwisser.

"Sie können sich nicht vorstellen, wie der Mord an meiner Schwester meine Familie verändert hat - wir sind innerlich zerbrochen." Sich ein Leben lang mit dieser Tat auseinandersetzen zu müssen, sei "grausam" und "krank". "Also bitte ich Sie, uns zu sagen, was Sie wissen", schrieb sie. "Andernfalls wird die Seele meiner Schwester niemals Frieden finden."

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