Uneinigkeit über Beschluss zur Reduzierung von Auto-Spuren an der Isar

Weniger Platz für Autos auf der Ludwigsbrücke und an der Isar – das ist beschlossen. Nicht alle Stadträte sind überzeugt.
| Myriam Siegert
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Weniger Auto-Spuren: Etwa so wird die Ludwigsbrücke aussehen.
Grüne Weniger Auto-Spuren: Etwa so wird die Ludwigsbrücke aussehen.

München - Weniger Platz für Autos auf der Ludwigsbrücke und an der Isar – das ist beschlossen. Nicht alle Stadträte sind überzeugt.

Eigentlich ist es schon mehrheitlich beschlossen: Sowohl auf der Ludwigsbrücke als auch der Isarparallele werden Fahrstreifen für den Autoverkehr reduziert und so mehr Platz für Radler und Fußgänger geschaffen (AZ berichtete).

Die Rathaus-CSU, die stets gegen die Pläne stimmte, kann sich damit nicht wirklich anfreunden und hatte eine Anfrage zu den Auswirkungen auf den Verkehr, auch in den umliegenden Straßen, gestellt. Die war in der Stadtratsvollversammlung am Mittwoch noch einmal Grundlage für eine kleine, aber markige Diskussion.

Stadtrat Theiss: "Die wollen den Verkehrsinfarkt!"

Die Pläne, "die leider beschlossen wurden", seien "Sinnbild des Grün-Roten Verkehrschaos", befindet Stadtrat Hans Theiss (CSU). In der Antwort des Planungsreferats auf die Anfrage werde "das ganze Grauen offenbar". Durch die Maßnahmen auf der Isarparallele würde der Verkehr zum Beispiel auf der Reichenbach-, Thiersch- und Baaderstraße um 50 Prozent zunehmen, in der Zeppelinstraße um 40 Prozent in der Lilienstraße um 60 bis 80 Prozent, trägt Theiss vor. "Das kann doch nicht ihr Ernst sein." Bei der geplanten Fahrstreifenreduzierung auf der Ludwigsbrücke sehe es ähnlich aus: 10 bis 20 Prozent mehr Verkehr auf der Corneliusbrücke, 30 bis 35 Prozent mehr auf der Maximiliansbrücke. "Was haben wir denn damit gewonnen?", fragt Theiss. "Das ist Sadismus pur". Sein Fazit: Die Grünen "wollen den Verkehrsinfarkt."

Grünen-Chef Florian Roth bemüht sich, dies zurechtzurücken: Die Berechnungen beruhen auf dem Status Quo, es gehe aber darum den Verkehr zu verändern, darum, "dass die Leute umsteigen und weniger Auto fahren". "Da kann man nicht eins zu eins sagen, wer da nicht fahren kann, fährt woanders."

Ausgleichende Wirkungen werden erwartet

Natürlich brauche es Gesamtverkehrskonzepte, auch um Ausweichverkehr zu verhindern. SPD-Stadträtin Bettina Messinger weist darauf hin, dass das Referat auch ausführt, dass die Maßnahmen nacheinander stattfinden werden und so auch ausgleichende Wirkungen erwartet werden.

Für Mario Schmidbauer (Bayernpartei) werden Pendler zu wenig berücksichtigt: "Der Autofahrer wird seinen Weg finden", man müsse erst Alternativen schaffen. FDP-Chef Michael Mattar meint: "Wenn die Verkehrswende nur ein Stückwerk von Staus ist, dann geht das voll in die Hose."

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