Unbekannte betrügt Frau: Ein Callcenter-Betrug ohne Callcenter

Eine Seniorin in Unterhaching ist am Dienstagnachmittag Opfer einer neuen Art von Trickbetrug geworden. Es besteht der Verdacht, dass sie zuvor intensiv ausgespäht worden sein könnte.
Vor ihrer Haustür sprach sie eine etwa 50-jährige Unbekannte an. Sie gab vor, Mitarbeiterin einer Klinik zu sein. Und dann tischte sie eine Lügengeschichte auf, die für die Seniorin seltsam plausibel klang.
"Ihre Tochter muss mit einem teuren Medikament behandelt werden"
Denn die Unbekannte sagte, dass die Tochter der Seniorin plötzlich an schwerem Darmkrebs erkrankt sei. Sie liege in der Klinik und brauche zur weiteren Behandlung ein teures Medikament. Daher solle die Seniorin doch am besten mehrere Zehntausend Euro bezahlen, damit die Tochter schnell behandelt werden könne.
Die Seniorin war außer sich, glaubte der Geschichte, da sie tatsächlich eine Tochter hat. Die Unbekannte und die Seniorin gingen nun gemeinsam in das Haus der Unterhachingerin. Sie führten dort ein längeres Gespräch. Sie hätte zwar kein Geld, aber noch einige Goldmünzen, sagte die Seniorin und fragte, ob das für die Behandlung auch infrage komme.
Eine Komplizin der Betrügerin wartete vor der Haustür
Die Goldmünzen zeigte sie der Unbekannten. Offenbar willigte die falsche Klinikmitarbeiterin ein, sie als "Bezahlung" anzunehmen. Diese Goldmünzen im Wert von mehreren Zehntausend Euro übergab die Unterhachingerin einer Komplizin, die nicht ganz zufällig vor der Haustür wartete.
Die beiden Frauen verschwanden mit einer Tatbeute von mehr als 50.000 Euro und hinterließen eine ziemlich verzweifelte Unterhachingerin, die sich Sorgen um ihre Tochter machte. Als die Frau später zufällig ihre Tochter am Apparat hatte, wurde ihr klar, dass sie massiv betrogen worden ist und kontaktierte die Polizei.