Unbekannte betrügt Frau: Ein Callcenter-Betrug ohne Callcenter

Mit einer perfiden Lügengeschichte über eine angeblich krebskranke Tochter haben Betrügerinnen in Unterhaching eine Seniorin um Gold im Wert von mehr als 50.000 Euro gebracht.
Hüseyin Ince
|
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
7  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Goldmünzen im Wert von mehr als 5.000 Euro sind verschwunden.
Goldmünzen im Wert von mehr als 5.000 Euro sind verschwunden. © IMAGO/Achille Abboud

Eine Seniorin in Unterhaching ist am Dienstagnachmittag Opfer einer neuen Art von Trickbetrug geworden. Es besteht der Verdacht, dass sie zuvor intensiv ausgespäht worden sein könnte.

Vor ihrer Haustür sprach sie eine etwa 50-jährige Unbekannte an. Sie gab vor, Mitarbeiterin einer Klinik zu sein. Und dann tischte sie eine Lügengeschichte auf, die für die Seniorin seltsam plausibel klang.

"Ihre Tochter muss mit einem teuren Medikament behandelt werden"

Denn die Unbekannte sagte, dass die Tochter der Seniorin plötzlich an schwerem Darmkrebs erkrankt sei. Sie liege in der Klinik und brauche zur weiteren Behandlung ein teures Medikament. Daher solle die Seniorin doch am besten mehrere Zehntausend Euro bezahlen, damit die Tochter schnell behandelt werden könne.

Die Seniorin war außer sich, glaubte der Geschichte, da sie tatsächlich eine Tochter hat. Die Unbekannte und die Seniorin gingen nun gemeinsam in das Haus der Unterhachingerin. Sie führten dort ein längeres Gespräch. Sie hätte zwar kein Geld, aber noch einige Goldmünzen, sagte die Seniorin und fragte, ob das für die Behandlung auch infrage komme.

Eine Komplizin der Betrügerin wartete vor der Haustür

Die Goldmünzen zeigte sie der Unbekannten. Offenbar willigte die falsche Klinikmitarbeiterin ein, sie als "Bezahlung" anzunehmen. Diese Goldmünzen im Wert von mehreren Zehntausend Euro übergab die Unterhachingerin einer Komplizin, die nicht ganz zufällig vor der Haustür wartete.

Die beiden Frauen verschwanden mit einer Tatbeute von mehr als 50.000 Euro und hinterließen eine ziemlich verzweifelte Unterhachingerin, die sich Sorgen um ihre Tochter machte. Als die Frau später zufällig ihre Tochter am Apparat hatte, wurde ihr klar, dass sie massiv betrogen worden ist und kontaktierte die Polizei.

 

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
7 Kommentare
Bitte beachten Sie, dass die Kommentarfunktion unserer Artikel nur 72 Stunden nach Veröffentlichung zur Verfügung steht.
  • Witwe Bolte am 25.03.2026 21:30 Uhr / Bewertung:

    Lieber Gott, lass Hirn regnen.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
  • Himbeer-Toni am 26.03.2026 10:05 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Witwe Bolte

    Mit "Hirn" hat das nichts zu tun. Auch ich bekam schon so einen Anruf.
    Egal was sie vorher wissen, Sie sind erst mal geschockt.
    Dazu die Original-Stimme meiner Angehörigen die mich um Hilfe bittet (KI machts möglich).
    Und wer will sich schon nachsagen lassen im Ernstfall seiner Familie nicht geholfen zu haben. Und bedenken Sie immer das Alter. Im Alter ist vieles nicht mehr so wie früher.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
  • Witwe Bolte am 26.03.2026 11:30 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Himbeer-Toni

    Ich bin auch schon im Gruftialter, würde aber niemals auf so einen plimpen Anruf reinfallen.
    Was die KI-Stimme betrifft: die Gauner müssen aber auch die Tel. Nr. der Eltern der KI-Stimme rausfinden. Wie soll das funktionieren?

    Antworten lädt ... Kommentar melden
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.