Umzug nach fast 50 Jahren: Neues Münchner Strafjustizzentrum wird eingeweiht

Zehn Jahre Bauzeit, Millionenkosten – und eine zu kleine Einfahrt in die Tiefgarage. Nach ein paar Schwierigkeiten geht es mit einer der größten Baustelle Deutschlands zu Ende.
von  AZ/dpa
Die Bauzeit verlief nicht ohne Rückschläge. (Archivbild)
Die Bauzeit verlief nicht ohne Rückschläge. (Archivbild) © Peter Kneffel/dpa

Nach mehr als zehn Jahren Bauzeit wird in München das neue Strafjustizzentrum eröffnet. Rund 400 Millionen Euro – und damit deutlich mehr als zunächst geplant – hat der Bau gekostet, der künftig fünf Gerichte und zwei Staatsanwaltschaften beherbergen soll. 

Ende Juni soll das Gebäude in Betrieb genommen werden, dann hat das alte Strafjustizzentrum, das in den 1970er Jahren für 100 Millionen D-Mark gebaut wurde, nach knapp fünf Jahrzehnten ausgedient.

Seit 1977 fanden dort die Strafprozesse der Landgerichte München I und II, des Amtsgerichts, des Oberlandesgerichts und nach einer Pause auch wieder des Bayerischen Obersten Landesgerichts statt. Diese Gerichte – und zusätzlich die Staatsanwaltschaften München I und II – bekommen nun ein neues Zuhause.

Mit Ministerpräsident Söder: Neues Strafjustizzentrum wird eröffnet

Während der Bauzeit hatte es einige Rückschläge gegeben. Erst gab es Schimmel an einer Wand und im vergangenen Jahr machte das Problem Schlagzeilen, dass die Gefangenentransporte nicht in die Tiefgarage passten. Es musste nachgebessert werden. 

Dies ist inzwischen geschehen, darum kann das Strafjustizzentrum am heutigen Montag in Anwesenheit von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Justizminister Georg Eisenreich (beide CSU) eröffnet werden. 

Das alte  Strafjustizzentrum. (Archivbild)
Das alte Strafjustizzentrum. (Archivbild) © Lukas Barth/dpa

Insgesamt sollen künftig rund 1300 Mitarbeiter in dem neuen Gebäude auf insgesamt 39.300 Quadratmetern tätig sein. 54 Gerichtssäle wird es dort geben.

Laut bayerischem Justizministerium handelt es sich bei dem Umzug ins neue Strafjustizzentrum um einen der größten Umzüge Deutschlands. Mit 1500 Lkw-Ladungen müssen 300.000 Umzugskartons transportiert werden. 

Neues Strafjustizzentrum ein "moderner Nachfolger"

"Das alte Strafjustizzentrum war fast 50 Jahre lang die Herzkammer der Münchner Strafjustiz", sagte Justizminister Eisenreich. Dort fanden Prozesse statt wie der gegen die Mörder von Walter Sedlmayr und Rudolph Moshammer oder der gegen einen der letzten NS-Kriegsverbrecher John Demjanjuk. 

"Das alte Strafjustizzentrum hat fast fünf Jahrzehnte gute Dienste getan", sagte Eisenreich. "Mit dem neuen Strafjustizzentrum am Leonrodplatz bekommt es einen modernen Nachfolger, der die Strafrechtsabteilungen von vier Gerichten sowie zwei Staatsanwaltschaften von sieben Münchner Standorten zentral unter einem Dach vereint."

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