Unterschleißheim: Mieter fliegen raus - wegen illegaler Ski-Werkstatt

Mieter haben ihre Garage genutzt, um dort gewerblich Wintersportgeräte zu reparieren. Und fliegen deshalb aus der Wohnung.
| Eva von Steinburg
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Skier wachsen und schleifen - das bot ein Mann in seiner privaten Garage an.
Matthias Balk/dpa Skier wachsen und schleifen - das bot ein Mann in seiner privaten Garage an.

Mieter haben ihre Garage genutzt, um dort gewerblich Wintersportgeräte zu reparieren. Und fliegen deshalb aus der Wohnung.

Unterschleißheim - Ski- und Snowboardservice: wachsen, schleifen und mehr – hat das große Banner am Balkon einer Doppelhaushälfte in Unterschleißheim versprochen. Damit skiverrückte Unterschleißheimer optimal in die Wintersaison starten konnten, inserierte ein Ski-Bastler 2016 auch im lokalen Anzeigenblatt seinen "klassischen Skiservice" in der heimischen Garage. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 16 bis 19.30 Uhr.

Seine Vermieterin hat den skibegeisterten Familienvater deshalb erfolgreich aus der – eigentlich zum Wohnen – angemieteten Doppelhaushälfte herausgeklagt, wie das Amtsgericht am Freitag mitteilte. Denn beim Einzug 2016 hatte der Mann lediglich das Einverständnis gehabt, in der Garage einen gemeinnützigen Skiverein "unterzubringen": Und nur für wenige Stunden in der Woche – während der Skisaison – wollte er dort für die Vereinsmitglieder seinen Skiservice anbieten.

Aus einem Gefallen wurde ein Geschäft

Das familiäre Skier-Wachsen für Bekannte aus dem Verein weitete sich aber zu einem gewerblichen Service mit Publikumsverkehr aus. Die Garage bot Platz für einen "An- und Verkauf" von gebrauchten Skischuhen und Skiern.

Die Banner-Werbung am Balkon im ersten Stock war dazu geeignet, eine unbestimmte Zahl an Kunden anlocken, so das Gericht. Auch der Verkehr könnte in dem Wohngebiet zunehmen, Snowboards und Skier werden üblicherweise mit dem Auto gebracht.

Familie musste Ende 2018 das Haus räumen

Diese Nachteile musste die Vermieterin der Doppelhaushälfte in ihrem Wohngebäude nicht dulden, so der Amtsrichter. Auch wenn die Skiwerkstatt offiziell bei der Gemeinde als Gewerbe angemeldet worden war. Das Amtsgericht gab jetzt der Vermieterin recht: Sie durfte eine Kündigung aussprechen.

Die Garage steht jetzt leer. Ende 2018 mussten Familie und Skiclub dort ausziehen.

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