Weil Besucher des Münchner Flughafens alles zuparken: Freisinger Anwohner völlig genervt
In der Auenstraße im idyllisch gelegenen Wohngebiet mit den vielen Reihenhäuschen in Freising herrscht seit längerer Zeit Parkstress. Grund sind die aus Sicht von Anwohnern zu vielen Autos mit ortsfremden Kennzeichen, die vor allem während der Ferienzeiten manchmal tage- oder gar wochenlang die kostenfreien Plätze in dem Straßenzug belegen.
Besonders die "Flughafenparker" seien ein Problem, schildert die Realschullehrerin Kerstin Heyne, die in dem Wohngebiet seit vielen Jahren lebt – weil sie die vorhandenen Stellflächen nutzen würden, wodurch den Anwohnern immer mehr Parkmöglichkeiten verloren gingen. Denn in unmittelbarer Nähe befinde sich die Haltestelle für den Flughafenbus, so die Freisingerin zur AZ.
Und so hat es sich offenkundig weit über die Region hinaus herumgesprochen, dass, wer von weiter her in Richtung Flughafen anreist, sein Auto zum Beispiel hier in Freising parken kann – statt für das Parken am Flughafen teuer zu bezahlen.

"Wir sehen immer die Leute mit den Koffern und den fremden Kennzeichen", beschreibt es die Freisingerin. "Dann rollen sie mit ihren Koffern zum Flughafenbus." Gleichzeitig verfügten viele Haushalte in der Auenstraße mittlerweile über zwei bis drei Fahrzeuge, obwohl oft nur ein Tiefgaragenstellplatz vorhanden sei. Der vorhandene Parkraum reiche schon für die Bewohner selbst kaum aus.

Die 48-Jährige hat sich die Situation schon länger angesehen. Sie erinnert an eine Ortsbegehung mit Vertretern der Stadt im Jahr 2019. Schon damals hatten sich Anwohner der Auenstraße im Stadtteil Seilerbrückl darüber beschwert, dass ihnen auswärtige Fahrer die Parkplätze wegschnappen, und die Stadt gebeten, eine Lösung zu finden. Doch bis heute sei nichts passiert, sagt Heyne.
"Wir bitten um eine erneute Begehung"
Vor ein paar Tagen hat sie eine Petition gestartet und sich mit dem Anliegen an die Stadt gerichtet. "Damals wurde unter anderem die Einführung eines Anwohnerparkausweis-Systems diskutiert, konnte jedoch leider nicht umgesetzt werden", heißt es darin rückblickend. Und in die Zukunft gerichtet: "Da sich die Lage inzwischen deutlich verschlechtert hat, bitten wir um eine erneute Begehung beziehungsweise Überprüfung der überlasteten Auenstraße und der umliegenden Bereiche."

Besonders problematisch sei, dass der gesamte Seitenstreifen der Auenstraße "regelmäßig vollständig zugeparkt" werde, sagt die besorgte Anwohnerin. Dadurch werde das Ein- und Ausparken erheblich erschwert. Teilweise würden "aufgrund der angespannten Situation sogar Spielstraßen und dafür ungeeignete Bereiche als Parkfläche genutzt", heißt es weiter in der über die Plattform "openpetition.de" gestarteten Petition. Neben den bis Donnerstag rund 250 Unterstützern haben viele einen Kommentar hinterlassen und die Parksituation im Viertel kritisiert. Sie würde sich ein "Anwohnerparken" als Lösung wünschen, sagt Kerstin Heyne.
Das antwortet die Stadt
Die AZ hat sich bei der Stadt Freising diesbezüglich erkundigt. Die Prüfung habe ergeben, "dass die gesetzlichen Voraussetzungen für die Einrichtung eines Bewohnerparkgebiets in der Auenstraße nicht erfüllt" seien, heißt es in einem Antwortschreiben vonseiten der Straßenverkehrsbehörde.
Zur Problematik mit den Parkplätzen heißt es darin unter anderem: "Auch das überschaubare Dauerparken eines Fahrzeugs gehört noch zum Parken." Solle vom "Gemeingebrauch" eine entsprechende Ausnahme in Form von Bewohnerparken verfügt werden, seien bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Dies bedeute, "dass Bewohnerparken nur dort zulässig ist, wo mangels privater Stellflächen und aufgrund eines erheblichen allgemeinen Parkdrucks die Bewohner regelmäßig keine ausreichende Möglichkeit haben, in ortsüblich fußläufig zumutbarer Entfernung von ihrer Wohnung einen Stellplatz zu finden". Ein erheblicher Parkdruck liege vor, "wenn regelmäßig mehr als 80 Prozent der Parkmöglichkeiten belegt" seien.
"Maßnahmen wurden veranlasst"
Das Längs- und Querparken in der Auenstraße sei überprüft worden und "nicht zu beanstanden", teilt die Straßenverkehrsbehörde mit. Und mit Blick auf Falschparker: "Maßnahmen zur Ahndung etwaiger Ordnungswidrigkeiten durch unzulässiges Parken beziehungsweise durch unerlaubte Sondernutzung wurden veranlasst." Kerstin Heyne und ihre Mitstreiter hoffen weiter auf eine andere Lösung.
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