Seltenes Naturphänomen: Fegte ein Tornado über einen bekannten See bei München?

"Plötzlich zieht ein Wirbelsturm über den Echinger See!", so überschreibt ein User, der sich auf dem sozialen Netzwerk Instagram selbst "Chakalulaka" nennt, seinen Post vom Sonntag. In dem kurzen Video ist zu sehen, wie auf einem See, der auf dem Video selbst nicht eindeutig zu erkennen ist, plötzlich das Wasser in Bewegung gerät, Kinder vom Rand in einer Kreisbewegung weggezogen werden und ein Schwimmreifen sich in die Luft erhebt. Dazu ist lautes Geschrei zu hören. Eine Frau kommentiert: "Das ist nicht lustig" und: "Da ist diese Frau mit einem Kind". Die Situation scheint auf den ersten Blick brenzlig zu sein. Ein Mann rennt schließlich zum Seeufer, aber in dem Video greift schlussendlich niemand ein. Am Ende kommentiert der Filmer: "Das ist einfach mal so ein Wirbelsturm".
Ob das Video echt ist oder es sich um KI-generiertes Video handelt, ist aktuell noch nicht zu sagen. Eine Anfrage an den Absender Videos blieb aktuell noch unbeantwortet. Sicher ist: Die Feuerwehr Eching hatte im Zusammenhang mit dem Phänomen keinen Einsatz und auch keinen Notruf erhalten. Das muss für den Fall aber nichts bedeuten, da sich die Situation schnell wieder geklärt zu haben scheint. Aber ein Blick auf Google Maps zeigt zumindest dieselbe Perspektive wie im Video zu sehen. Dabei handelt es sich um das Westufer des Echinger Sees mit Blick auf den See und die zwei Strommasten im Hintergrund.
Kein Wirbelsturm: Wasserhose als leichter Tornado
Fakt ist, bei dem Phänomen handelt es sich nicht, wie der Nutzer kommentiert, um einen Wirbelsturm, sondern um eine sogenannte Wasserhose. Die gehört in die Klasse der kleineren Tornados. Wasserhosen selbst sind wiederum eine schwächere Form von Tornados, die, wie der Name verrät, auf Gewässern entstehen können, wenn warme und kalte Luftmassen über einer Wasserfläche aufeinandertreffen.

Wasserhosen-Hotspot Bodensee
In Deutschland ist der Bodensee für dieses Wetterphänomen bekannt. Erst im Juli gab es spektakuläre Bilder einer Wasserhose über dem See, die sich dort für ganze 15 Minuten halten konnte. Am Starnberger See kam es zu einem ähnlichen Fall im Jahr 2019. Der Echinger See ist für dieses Phänomen aktuell eher kein typischer Ort.

Bei entsprechender Gewitterlage können sich Wind- und Wasserhosen aber auch dort bilden. Wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet, kann eine Windhose in der Spitze auch mal Böen mit Geschwindigkeiten von über 200 km/h produzieren. Am Echinger See war ein solches Ausmaß zum Glück für alle Beteiligten nicht zu erkennen.