Ölfilm im Isarkanal bei München: Großeinsatz im Vogelschutzgebiet

Ein Ölfilm auf dem Isarkanal hat am Montag einen Großeinsatz von Feuerwehren, THW und Polizei ausgelöst. Einsatzkräfte brachten mehrere Ölsperren aus, um das nahe Vogelschutzgebiet am Ismaninger Speichersee zu schützen.
von  AZ
Zum Schutz des Ökosystems Speichersee: Über annähernd zehn Kilometer und die beiden Landkreise München und Ebersberg erstreckte sich das Einsatzgebiet.
Zum Schutz des Ökosystems Speichersee: Über annähernd zehn Kilometer und die beiden Landkreise München und Ebersberg erstreckte sich das Einsatzgebiet. © Thomas Gaulke

Mit dem Stichwort "Öl auf fließendem Gewässer" ist am Montag (18. Mai) ein Großaufgebot an Einsatzkräften von Feuerwehren und dem Technischen Hilfswerk nach Aschheim alarmiert worden. Demnach trieb gegen 7 Uhr "ein kleinerer Ölfilm auf dem Isarkanal", teilte die Kreisbranddirektion des Landkreises München mit.

Ismaninger Speichersee als Vogelschutzgebiet festgesetzt 

Man habe dann umgehend das Kraftwerk zum Speichersee geschlossen, Ölsperren eingebracht und die kleinen Ölgebinde von etwa acht bis zehn Litern aus dem Wasser geborgen. "Durch die frühzeitigen Absperrungen konnte das Naturschutzgebiet gesichert werden", heißt es in einer Pressemitteilung weiter.

Laut Landratsamt Ebersberg wurde der Ismaninger Speichersee im Landkreis als  Vogelschutzgebiet festgesetzt: "Er ist eines der drei bedeutendsten europäischen Mauser- und eines der wichtigsten deutschen Überwinterungsgebiete für Wasservögel und ein überaus bedeutendes Brutgebiet."

Zwischen der Autobahn 99 bei Unterföhring und der Bundesstraße 471 bei Aschheim waren offenbar Öl-Behälter im Kanal gefunden worden, die teilweise ausgelaufen waren.
Zwischen der Autobahn 99 bei Unterföhring und der Bundesstraße 471 bei Aschheim waren offenbar Öl-Behälter im Kanal gefunden worden, die teilweise ausgelaufen waren. © Thomas Gaulke

Die Einsatzkräfte der Feuerwehren nahmen das Öl den Angaben zufolge mithilfe von saugfähigem Vlies auf, ehe es eine Firma im weiteren Verlauf fachgerecht entsorgte. Um eine weitere Ausbreitung auf Nachbarlandkreise auszuschließen, entstand demnach unmittelbar vor dem Kraftwerk Finsing beim Mitteldamm eine zusätzliche Öl-Sperre. Das Wasserwirtschaftsamt München sei vor Ort und begleite den Einsatz engmaschig, so die Kreisbranddirektion: "Zusätzlich wurden Wasserproben entnommen."

Kreisbranddirektion kann die Höhe des Schadens nicht beziffern

Zusätzlich habe man die Wasserwege mithilfe von Drohnen aus der Luft auf weitere Ölfilme kontrolliert. Bisher hätten sich daraus keine weiteren Erkenntnisse mit Blick auf weitere Verschmutzungen ergeben. Zur Schadensursache und zur Schadenshöhe könne man keine Aussage treffen.

Seitens der Feuerwehren waren zahlreiche Kräfte mit Booten und Ölwehrgerät aus Aschheim, Unterföhring, Kirchheim, Ismaning, Heimstetten, Oberschleißheim, Grasbrunn, Pullach, Pliening und Landsham vor Ort. Auch das THW München-Land und die Polizei waren im Einsatz.

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