Malteser-Helferhunde brauchen Hilfe

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Malteser in Dachau sammeln Geld für ihre Spürnasen. Ihre Aufgaben - und was sie jetzt dafür benötigen.
| Leonie Meltzer
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Die Spürnasen aus Dachau helfen dabei, Vermisste wiederzufinden.
Die Spürnasen aus Dachau helfen dabei, Vermisste wiederzufinden. © Malteser

München - Wenn Personen vermisst werden, weil sie beispielsweise an Demenz leiden und die Orientierung verloren haben, dann wird die Rettungshundestaffel des Malteser-Hilfsdienstes losgeschickt.

Spenden für Rettungshunde willkommen

Jetzt ruft die Gliederung Dachau zu einer Hilfsaktion für die Spürnasen und und ihre ehrenamtlichen Hundeführer auf. "Auch Helfer brauchen immer wieder Unterstützung", heißt es in der Mitteilung von Karl-Michael Brand, dem Leiter der Schnelleinsatzgruppe Rettungshunde Dachau.

Insbesondere für den Erwerb eines notwendigen neuen Einsatzleitwagens für die Rettungshundestaffel benötigen sie Spenden, so Brand.

Im Einsatz: Hunde suchen nach Vermissten 

Seit 2012 kommt das Suchhundeteam in Dachau zum Einsatz, meist, wenn vermisste Personen gefunden werden sollen. Oft seien dies ältere Menschen oder Kinder. "Leider sind auch manchmal Suizidenten dabei", so Brand zur AZ. "Oder Opfer eines Verkehrsunfalles, die dann aus Schock einfach weglaufen, meist verletzt."

Eine Staffel bestehe dabei aus mehreren Teams von Hund und Hundeführern, die gemeinsam auf die Suche gehen. Die Suche von Vermissten mit Helfern auf vier Pfoten sei besonders effektiv, da der Geruchssinn von Hunden etwa 40-mal leistungsfähiger als der von Menschen sei. Die Einsatzgebiete der Staffel erstrecken sich dabei über die Landkreise Dachau, Fürstenfeldbruck, Starnberg, Landsberg und den Großraum München.

41 Hunde-Einsätze im Jahr 2020

"Dieses Jahr waren wir 41 Mal im Einsatz", sagt Brand. Vergleichsweise sei es ein ruhiges Jahr, normalerweise würden sie im Schnitt einmal die Woche ausrücken. Pro Jahr, so der stellvertretende Kreisbeauftragte Brand, werden sie 40 bis 60 Mal alarmiert.

Im ersten Lockdown Anfang des Jahres hätten die Einsätze stark zugenommen. "Das war gar nicht gut, weil wir nicht mehr mit den Hunden trainieren konnten, aber auf Einsätze gehen mussten - mit allerhand Hygienestandards versehen. Das war sehr mühsam." Die Hunde seien außerdem schwer motivierbar gewesen, weil sie eigentlich im Training zwei bis drei Mal pro Woche wieder aufgebaut werden müssten. "Beim Lockdown light gab es plötzlich keinen einzigen Einsatz mehr und seit Dezember ging es dann wieder los. Im Moment fliegen die Einsätze uns wieder um die Ohren", erzählt Brand.

Ausbildung der Hunde ist große Aufgabe

Die Mitarbeiter sind dabei alle ehrenamtliche tätig mit dem eigenen, in der Familie lebenden Hund. Dieser Freiwilligen-Dienst sei mit großem Aufwand verbunden: Neben einer Grundausbildung im Sanitäts- und Einsatzdienst-Bereich sei die Ausbildung des eigenen Hundes eine große Aufgabe. "Wir haben bei den Maltesern in der Regel Fördermitglieder", so Brand.

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Coronabedingt seien die Mittel dieses Jahr aber für andere Dinge benötigt worden. Außerdem seien Einnahmen durch Leistungen, für die es eine Gegenfinanzierung gäbe, durch Corona entfallen, genau wie Spontan-Spenden. "Alles, was wir an Ausrüstung, Ausbildungen oder Klamotten brauchen, müssen wir als Organisation selbst bereitstellen. Pandemiebedingt haben wir deshalb bei Malteser auch gerade einen Ausgabestopp."

Es gebe keinerlei Erstattung von Einsatzkosten, der Unterhalt der Einheit werde in Eigenleistung bewältigt. 

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