Landkreis Ebersberg: Drei Fälle von sexuellem Missbrauch an Pferden
Zoophile Handlungen gelten nicht ohne Weiteres als Straftatbestand, fallen aber unter den Tatvorwurf der Tierquälerei nach dem Tierschutzgesetz. Im nördlichen Landkreis Ebersberg ermittelt die Polizei in drei Fällen.
Auswertung von Videobildern hilft der Polizei
Seit Sonntag (21. Juni) sei es im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Poing zu drei Fällen von mutmaßlicher Tierquälerei zum Nachteil von Pferden gekommen, heißt es: "In zwei Fällen konnten die Tatverdächtigen bereits ermittelt werden. Ein Zusammenhang zwischen den einzelnen Taten besteht nach aktuellem Ermittlungsstand nicht."
Der erste Fall ereignete sich demnach in Anzing im Ortsteil Garkofen. Im Zeitraum von Samstag auf Sonntag (21. Juni) verschaffte sich eine bislang unbekannte Person gegen 3.45 Uhr Zugang zu einer Pferdebox in einem Stall. "Die Tat wurde im Nachgang durch die Auswertung von Überwachungskameras festgestellt", so die Polizei.
Zeugin: "Der Mann hat sich an das Pferd rangemacht"
"Da stand plötzlich ein älterer Mann. Er war zuerst mit dem Rücken zur Kamera", erinnert sich die Bäuerin, die den Fall der Polizei gemeldet hatte, im Gespräch mit der "Ebersberger Zeitung/Münchner Merkur". Der auf den Video-Livebildern erkennbare Mann habe "plötzlich seine Hose runtergelassen … und sich an das Pferd rangemacht".
Zwei weitere Fälle, in denen sich Männer am zurückliegenden Wochenende sexuell an Pferden vergangen haben sollen, beschäftigen die Polizei Poing außerdem.
Zweiter Fall auf Hof im Osten von Poing
Den unbekannten Täter in dem geschildertem Fall beschreibt die Polizei wie folgt: Etwa 1,75 Meter groß, mittleres Alter, graue, zu einem Pferdeschwanz gebundene längere Haare; auffallend dicker rechter Knöchel; kurze Cargo-Hose.
Am Sonntag ereignete sich dann laut Polizei zwischen 22.15 Uhr und 22.30 Uhr der nächste Fall in einem Pferdehof im Osten von Poing. Auch hier konnte anhand einer Videoaufzeichnung festgestellt werden, dass sich eine männliche Person an einem Pony zu schaffen machte.
89-Jähriger Mann aus dem nördlichen Landkreis als Tatverdächtiger ermittelt
Im Rahmen der Fahndungsmaßnahmen fiel einer Polizeistreife ein Fahrzeug auf, das im Umfeld des Tatortes abgestellt war und sich später entfernte. Über das Kennzeichen des Fahrzeugs konnte ein 63-Jähriger Mann aus Baden-Württemberg als Tatverdächtiger ermittelt werden.
Am Montag (22. Juni, gegen 14.30 Uhr) wurde ein weiterer Vorfall im nördlichen Bereich von Vaterstetten bekannt. Ein männlicher Tatverdächtiger soll dort ein Pferd unsittlich berührt haben. "In diesem Fall konnte ein 89-Jähriger Mann aus dem nördlichen Landkreis als Tatverdächtiger ermittelt werden", so die Polizei.
Die Polizeiinspektion Poing ermittelt in allen Fällen wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. Die beiden bereits ermittelten Tatverdächtigen kämen als Täter des ersten Falles nicht in Betracht, heißt es bei der Polizei.
Personen, die in diesem Zusammenhang verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben oder sonstige Hinweise geben können, werden gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Poing (Telefonnummer 08121/9917-0 ) zu melden.
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