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"Kein Unfallschwerpunkt": Neue Details zum Bus-Unglück bei München

Tragischer Unfall im Landkreis Dachau: Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Reisebus mit Grundschülern und einem Linienbus ist ein Kind ums Leben gekommen.
von  AZ/dpa
Gutachter sollen die Unfallursache ermitteln. (Archivbild)
Gutachter sollen die Unfallursache ermitteln. (Archivbild) © Sven Hoppe/dpa

Update, 11. Juni, 16.33 Uhr: Die Polizei meldet sich mit weiteren Details zum Zusammenstoß der beiden Busse am Mittwoch (10. Juni). "Die genauen Hintergründe sowie unfallursächliche Faktoren" würden aktuell geklärt, man ermittle dabei "in alle Richtungen".

Tödlicher Zusammenstoß zweier Busse: Stelle gilt laut Polizei "nicht als Unfallschwerpunkt" 

Bei der Unfallstelle handele es sich um einen Kurvenbereich, der "aufgrund der vorliegenden Verkehrsunfallstatistik nicht als Unfallschwerpunkt" gelte. Der betroffene Bereich liege demnach außerhalb geschlossener Ortschaften, in beiden Richtungen gelte eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 60 km/h. Momentan lägen keine Hinweise vor, dass überhöhte Geschwindigkeit zum Unfall beigetragen haben könnte.  

Im Zuge der Unfallaufnahme und der Bergungsmaßnahmen sei die Unfallstelle "bis in die Abendstunden" weiträumig gesperrt gewesen. "Sollten sich im Laufe der Ermittlungen wesentliche neue Erkenntnisse ergeben, wird in Absprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft nachberichtet", so die Polizei.

"In Folge des Zusammenstoßes verstarb ein siebenjähriger Schüler"

"Aktuellen Erkenntnissen zufolge" geriet der von einem 31-Jährigen aus dem Landkreis Dachau gesteuerte Linienbus gegen 12.30 Uhr auf der Staatsstraße 2339 zwischen Ottershausen und Ampermoching im Kurvenbereich von Haimhausen kommend in den Gegenverkehr. Dabei kollidierte er mit dem entgegenkommenden Reisebus, der mit 30 Schulkindern sowie zwei Lehrkräften besetzt war. In dem Linienbus befanden sich zum Unfallzeitpunkt neben dem Busfahrer lediglich zwei weitere Fahrgäste.

Im Anschluss touchierte der Linienbus den Angaben zufolge die Leitplanke rechtsseitig und kam schlussendlich einige Meter weiter auf der Fahrbahn zum Stehen. "In Folge des Zusammenstoßes verstarb ein siebenjähriger Schüler infolge seiner Verletzungen noch an der Unfallstelle", berichtete die Polizei weiter.

Sachschäden im unteren sechsstelligen Bereich  

Fünf Schulkinder sowie eine Lehrkraft seien schwer verletzt und zum Teil mittels Rettungshubschraubern in nahegelegene Kliniken geflogen worden. Mehrere weitere Schüler wurden leicht verletzt, konnten jedoch vor Ort an die Eltern übergeben werden. Auch die beiden Busfahrer wurden in Folge des Zusammenstoßes leicht verletzt. An den beiden Bussen sowie den Verkehrsanlagen entstanden Sachschäden im unteren sechsstelligen Bereich.  

Beide Busfahrer waren nicht alkoholisiert

Erstmeldung, 10. Juni: Nach dem tödlichen Zusammenstoß zweier Busse im Landkreis Dachau ermittelt die Polizei zur Ursache. Freiwillige Schnelltests hätten ergeben, dass beide Fahrer nicht alkoholisiert gewesen seien, sagte der Dachauer Landrat Stefan Löwl (CSU) nach dem Unfall bei einer Pressekonferenz. "Also, was das betrifft, keine Einschränkung der Fahrtüchtigkeit", sagte der Leiter der Dachauer Polizeiinspektion, Thomas Weber.

Inwieweit die Fahrer mit der für die Kurve auf einer Staatsstraße im Landkreis angemessenen Geschwindigkeit unterwegs gewesen seien, müsse ein Experten-Gutachten klären, sagte Landrat Löwl. Laut Polizei hat die Staatsanwaltschaft München II ein solches Gutachten in Auftrag gegeben, die Ermittlungen zur Ursache dauern an. Bis die Ergebnisse des Gutachtens vorlägen, werde es "sicher ein paar Wochen dauern", sagte Löwl.

Zahlreiche Grundschüler sind in einem Reisebus im Landkreis Dachau unterwegs, als es plötzlich zur Kollision mit einem Linienbus kommt.
Zahlreiche Grundschüler sind in einem Reisebus im Landkreis Dachau unterwegs, als es plötzlich zur Kollision mit einem Linienbus kommt. © Sven Hoppe/dpa

Alle Kinder an Grundschule sollen Betreuungsangebote bekommen

Während mehrere Verletzte in Krankenhäusern behandelt wurden, öffnete in der Heimatgemeinde der Grundschüler, Haimhausen, noch am Mittwochabend eine Kirche ihre Tore für Trauernde. In der Schule solle es für alle Schülerinnen und Schüler Angebote zur Betreuung geben, "nicht nur für die betroffenen Klassen", sagte Löwl. Neben den Angehörigen des toten Kindes und der Verletzten stehe auch den Rettungskräften Betreuung zur Verfügung.

"Unsere Herzen weinen"

Bayerns Familienministerin Ulrike Scharf (CSU) sprach von einer unfassbaren Tragödie. "Unsere Herzen weinen", sagte die Ministerin. Sie sprach den Angehörigen des verstorbenen Schulkindes ihr Beileid aus. Den Verletzten wünschte sie gute Besserung und dankte auch den Einsatzkräften.

Am späten Mittwochabend äußerte sich auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zu dem tragischen Unglück in den Sozialen Medien. "Das sind sehr schlimme Nachrichten, die kaum in Worte zu fassen sind. Ein Kind wurde aus dem Leben gerissen, viele weitere Personen wurden verletzt", so Söder.  Man sei mit den Gedanken bei den Angehörigen der Opfer und bete für die Genesung der Verletzten. Sein Dank gilt den Rettungskräfte und der Polizei, die schnell geholfen haben. "Das ist alles andere als selbstverständlich. Danke auch allen Ärzten und Pflegekräften in den Krankenhäusern, die jetzt ihr Bestes geben", schreibt der Ministerpräsident auf Instagram. 

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Bei dem Zusammenstoß auf der Staatsstraße 2339 bei Hebertshausen, nördlich von München, war am Mittwoch ein Zweitklässler gestorben. Eine Lehrerin und zwei weitere Kinder wurden schwer verletzt, zwei weitere Kinder erlitten mittelschwere Verletzungen. 26 weitere Kinder und die beiden Busfahrer seien leicht verletzt worden, teilte die Polizei mit. Ein Großaufgebot von Rettungskräften war zur Versorgung der Verletzten im Einsatz.

 

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