Isabella (5) ist schwer krank: Risikokind sucht Helfer

Isabella ist schwer lungenkrank. Ihre Eltern kämpfen um die richtige Pflege und finanzielle Unterstützung – Corona erschwert die Situation.
| Leonie Meltzer
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Die fünf Jahre alte Isabella leidet an einer seltenen Lungenkrankheit. Sie ist auf Hilfe angewiesen.
Die fünf Jahre alte Isabella leidet an einer seltenen Lungenkrankheit. Sie ist auf Hilfe angewiesen. © privat

München - Isabella ist fröhlich und manchmal sogar wild. "Sie ist ein hübsches Kind, kann schon lesen und schreiben", sagt ihr Vater Fritz P. (49). Bis auf ihre Krankheit sei sie fit.

Dauerhafter Sauerstoffmangel: Isabella braucht eine Pflegekraft

Die Fünfjährige leidet seit ihrer Geburt unter der seltenen Lungenkrankheit "Surfactant-C", die einen dauerhaften Sauerstoffmangel bewirkt. Sie ist rund um die Uhr auf ein Beatmungsgerät angewiesen. "Wir stehen unter permanentem Stress", sagt Fritz P. "Es muss immer jemand bei Isabella sein, kontrollieren, ob die Geräte funktionieren und genug Sauerstoff vorhanden ist." Benötigt werde dringend eine kompetente Pflegekraft. Seit Beginn der Pandemie betreuen Fritz und seine Lebensgefährtin Christina P. ihre Tochter in Heimpflege in ihrer Wohnung nahe München. "Seitens der Krankenkasse ist eine ausgebildete 24-Stunden-Pflegekraft genehmigt worden, unterstützt mit 300.000 Euro im Jahr. Wir finden aber keine." Seit zwei Jahren sei die Familie auf der Suche. 

Hohe Ansteckungsgefahr für das kleine Mädchen

Durch Corona sei es absolut unmöglich, qualifiziertes Personal zu finden. Das Infektionsrisiko ist für Isabella hoch: "24 Stunden Pflege heißt drei Pflegepersonen pro Tag, mit je Acht-Stunden-Schichten - und Ansteckungsgefahr." Schnelltests seien keine Option. Bei der Corona-Impfung seien zudem weder Kinder, die zur Risikogruppe zählen, noch Eltern, die in häuslicher Pflege ihre Kinder betreuen, berücksichtigt. Die Familie habe bereits alles versucht, beim Gesundheitsministerium sowie diversen Kliniken um Hilfe gebeten - ohne Erfolg.

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Die Eltern hoffen auf eine baldige Impfung

"Aktuell ist ein Impfstoff ab 16 Jahren, und der andere ab 18 zugelassen. Keiner der beiden für Kinder", sagt ein Sprecher des bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege auf AZ-Anfrage. Empfehlungen für Eltern mit chronisch kranken Kindern gibt es laut Robert-Koch-Institut (RKI) bisher ebenfalls nicht. Auf der Seite des Gesundheitsministeriums heißt es jedoch: "Für enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen (Trisomie 21, Demenz, geistige Behinderung oder, Organtransplantation) liegt eine hohe Priorität (…) vor."

Das Geld wird knapp

Ab Februar komme das nächste Problem auf die Familie zu: Fritz P. muss dringend wieder arbeiten, weil das Geld knapp wird. "Ich habe eine medizinische Grundausbildung und pflege meine Tochter seit zwei Jahren alleine mit ihrer Mama", sagt der Informatiker. Und weiter: "Gerade in der Coronazeit, wo es so viele Sonderregelungen gibt, muss es doch möglich sein, ein Gesetz zu erlassen, das vorsieht, dass wir als Eltern unser Kind zu Hause pflegen können und dafür auch finanziell honoriert werden. Wir wissen sonst einfach nicht mehr weiter."

Wer der Familie helfen möchte, kann sich unter isabella.pro@gmx.de melden.

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