Infineons "Sun Stop": Eine MVV-Haltestelle als Stromerzeuger
Eine Bushaltestelle mit Beleuchtung und digitaler Fahranzeige verbraucht pro Tag nicht sonderlich viel Strom. Die am Dienstag eröffnete MVV-Station "Sun Stop" in Neubiberg könnte sich deshalb hundert- bis tausendfach selbst versorgen. Stattdessen füttert sie den dortigen Hauptsitz des Halbleiter-Herstellers Infineon Technologies mit Energie.

Das geht mithilfe einer Photovoltaik-Anlage, die auf einer hügeligen Wiese direkt hinter der Bus-Station aufgebaut ist und den Gleichstrom durch die Sonne gewinnt. Die drei Wechselrichter, die mit der Bus-Station verbandelt sind, wandeln den in nutzbaren Wechselstrom um.
Infineon: Bus-Station ist Schaufenster für Solar-Innovation
Wie viele Kilowattstunden dabei entstehen, zeigen zwei aufgehängte Bildschirme. Im Probelauf vergangene Woche waren es 5678 Kilowattstunden – oder wie Infineon auf der digitalen Anzeige übersetzt: über 28.000 Kilometer Fahrtweg mit dem E-Auto. Dieses Prinzip der Stromgewinnung veranschaulicht eine an die Bus-Station angeschlossene Dauerausstellung im Detail – weshalb der "Sun Stop" auch so groß wie ein Wohnwagen ist, obwohl nur die Linie 199 ihn ansteuert.

Infineon-Vorständin Elke Reichart nennt es ein Schaufenster dafür, "wie aus Innovation konkrete Wirkung wird". Das Ziel: Der Öffentlichkeit zeigen, welche Rolle Infineon-Halbleiter bei der grünen Stromgewinnung spielen. Denn Infineon ist Deutschlands größter Halbleiterhersteller und gehört auch weltweit zur Spitze.
Standortleiter: "Wir funktionieren bei Hitze auch nicht zu 100 Prozent"
Standortleiter Markus Reisinger sagt der AZ: "Es kommt darauf an, dass wir die Effizienz der Produkte permanent verbessern." Ein Beispiel: An Tagen wie dem äußerst heißen Dienstag arbeiten die Solarmodule schlechter als etwa im Mai. "Wir funktionieren bei Hitze auch nicht zu 100 Prozent", erklärt Reisinger. Das Unternehmen verbesserte die Energieeffizienz, indem es für die verwendeten Halbleiter andere Materialien einsetzte. Etwa Siliziumkarbid statt des Standard-Stoffes Silizium.

Heißt laut Vorständin Reichart: "Mehr der ursprünglich erzeugten Energie kommt tatsächlich im System an." Dafür braucht es zudem mehr und effizientere Speicher, denn der Knackpunkt bei der Stromgewinnung durch die Sonne: Diese muss auch scheinen. Deshalb optimiert Infineon seine Halbleiter auch für bessere Speicherlösungen.
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