Gefährlicher Gegenstand entdeckt: SEK-Einsatz im Münchner Umland

Der Mieter einer Wohnung (63) in der Münchner Umlandgemeinde Ismaning war seit Tagen nicht mehr gesehen worden. In Sorge um den Mann rief ein Nachbar am Donnerstagabend (2.4.) die Polizei. Feuerwehrkräfte und Beamte der Polizei öffneten die Wohnung, wo sie den Mann am Boden liegend vorfanden – lebendig, aber gesundheitlich mitgenommen laut Angaben der Polizei. Zugleich fiel den Rettungskräften ein verdächtiger Gegenstand auf: eine Uhr, die über Drähte mit Dynamitstangen verbunden war. Der Fund löste einen SEK-Einsatz aus, der Mann wurde vorläufig festgenommen und das komplette Haus evakuiert.
Staatsschutz ermittelt
Wie sich bei genauerer Prüfung herausstellte, handelte es sich bei dem Gegenstand nicht um eine Bombe, sondern um einen Scherzartikel: einen echten Wecker mit Bombenattrappe. Weiterhin stießen die Beamten in der Wohnung auf NS-Devotionalien. Nach aktuellem Kenntnisstand zählt der Mann nicht zum Reichsbürger-Kreis. Außerdem fanden die Beamten zwei Maschinenpistolen und eine Pistole. "Bei allen drei Waffen handelt es sich allerdings lediglich um harmlose Anscheinswaffen", sagte der Polizeisprecher. Darüber hinaus wurden fünf Messer, darunter ein Jagdmesser und ein Rambo-Messer, sowie ein Riesenklappmesser sichergestellt. Die Polizisten fanden bei der Durchsuchung der Wohnung auch bis zu 30 Patronen. Über die Art und das Kaliber lagen zunächst keine gesicherten Informationen vor. Es könnte sich aber um Kriegsmunition handeln, hieß es zunächst.
Genauere Untersuchungen sollen im Labor nach den Feiertagen erfolgen. Die Polizei ermittelt jetzt gegen den 63-Jährigen wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.