Bojen sollen Weltkulturerbe schützen

Die Pfahlbauten im Starnberger See sollen gegen Zerstörung geschützt werden. Überreste aus dem Neolithikum, der Bronzezeit und der frühkeltischen Zeit sollen erhalten bleiben.
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Solche riesige Bojen haben Taucher an der Roseninsel jetzt verankert. Fotos: Bayerische Gesellschaft für Unterwasserarchäologie (BgfU), Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (BLfD)
BgfU/BLfD Solche riesige Bojen haben Taucher an der Roseninsel jetzt verankert. Fotos: Bayerische Gesellschaft für Unterwasserarchäologie (BgfU), Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (BLfD)

Die Pfahlbauten im Starnberger See sollen gegen Zerstörung geschützt werden. Überreste aus dem Neolithikum, der Bronzezeit und der frühkeltischen Zeit sollen erhalten bleiben.

München - Drei rote Bojen mit Hinweisschildern informieren im Starnberger See ab sofort über das einzigartige Bodendenkmal unter der Wasseroberfläche. Die Hinweisbojen mit einem Meter Durchmesser und 300 Kilogramm schweren Ankersteinen markieren die Ausdehnung der Unesco-Welterbezone um die Roseninsel.

Bodendenkmal vor Zerstörung schützen

Auf den runden Hinweisschildern steht: „Schutzzone Unesco-Welterbe Pfahlbauten“. Sie sollen Schwimmer, Segler, Freizeitkapitäne, Tretbootfahrer, SUP-Paddler und andere Wassersportler fernhalten und so das Bodendenkmal vor weiteren Zerstörungen schützen.

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Der Hintergrund: Im ufernahen Bereich um die Insel haben sich im Seeboden Pfahlbaureste aus dem ausgehenden Neolithikum, der Bronzezeit und der frühkeltischen Zeit erhalten. Die aus dem Boden ragenden Pfahlköpfe und liegenden Bauhölzer sind bis zu 5000 Jahre alt. Die wertvollen Kulturschichten sind nur durch eine wenige Zentimeter starke Schlick- und Sandschicht bedeckt und geschützt und enthalten durch den Luftabschluss im Seeboden neben Steingeräten und Keramik auch noch organisches Material wie Netze und Körbe. Das Bodendenkmal mit seinen jahrgenau datierbaren Bauhölzern und organischen Funden ermöglicht detaillierte Einblicke in die Lebenswelt unserer Vorfahren am Starnberger See. Darum hat die Unesco 2011 die Roseninsel zusammen mit 110 weiteren Pfahlbau- und Feuchtbodensiedlungen in sechs Ländern rund um die Alpen in die Welterbeliste eingetragen.

Nur mit Fähre auf Roseninsel

Mechanische Einwirkung, bereits das Gehen im seichten Bereich um die Insel, kann diese Funde schädigen. Zum Schutz dieses wertvollen Kulturguts sollte nur mit der Fähre auf die Roseninsel übergesetzt werden. Entscheidend für den Schutz des Bodendenkmals ist:

  • die Insel keinesfalls anzufahren und dort anzulanden.
  • nicht vom See aus die Roseninsel zu betreten.
  • nicht von der Roseninsel aus ins Wasser zu gehen.
  • nicht innerhalb der Unesco-Welterbezone zu ankern.
  • keine Boote an den Markierungsbojen zu befestigen.
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