Verspätung für 70 Züge auf München-Strecke am Montagnachmittag – das war der Grund

Update, 3. März, 9.55 Uhr: Die Bundespolizei hat weitere Details genannt. Demnach besprühten bislang unbekannte Täter am Montag gegen 16.45 Uhr eine Lärmschutzwand entlang der Bahnstrecke zwischen München und Augsburg auf Höhe Mammendorf "in Graffitimanier".
Insgesamt waren 70 Züge betroffen, es entstanden 2622 Verspätungsminuten
In der Folge sei es zu erheblichen Verzögerungen im Bahnverkehr gekommen. Gegen 16.50 Uhr beobachtete den Angaben zufolge der Triebfahrzeugführer einer vorbeifahrenden S-Bahn die zwei Sprayer und meldete den Vorfall über die Notfallleitstelle der Deutschen Bahn AG an die Bundespolizeiinspektion München.
"Aufgrund der eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen musste die Bahnstrecke von 16.55 Uhr bis 18.09 Uhr gesperrt werden", teilte die Bundespolizei weiter mit. Dies habe zu erheblichen bahnbetrieblichen Auswirkungen geführt – insgesamt waren demnach 70 Züge betroffen, es entstanden 2622 Verspätungsminuten. Zudem kam es zu zwei Komplettausfällen sowie acht Teilausfällen von Zugverbindungen.
Ermittlungen laufen: Bundespolizei nimmt Hinweise entgegen
Die besprühte Fläche betrug laut Bundespolizei rund neun Quadratmeter, der entstandene Sachschaden wird auf etwa 1800 Euro geschätzt. Im Rahmen der Fahndungsmaßnahmen wurde der Bereich unter anderem mit einem Personenspürhund abgesucht.

Hinweise auf die Täter gibt es bisher nicht, die Bundespolizei ermittelt wegen Sachbeschädigung und nimmt Hinweise zu verdächtigen Personen oder Beobachtungen entgegen (Telefon 089/5155500).
Erstmeldung, 2. März: Denkt man an Graffiti-Sprayer, so hat man wahrscheinlich eine vermummte Person bei Nacht und Nebel vor Augen. Ein paar besonders forsche Sprühkünstler wollten am Montag aber nicht bis Anbruch der Dämmerung warten.
Sprayer im Gleisbett: Hunderte bis tausende Fahrgäste stecken fest
Bei Mammendorf (Endhaltestelle S3) vor Pasing wurden am Montag gegen 17 Uhr Graffiti-Sprayer im Gleisbett entdeckt – woraufhin die Bundespolizei alarmiert wurde und die Fahndung aufnahm.
Der Zugverkehr kam in dieser Zeit völlig zum Erliegen, in beide Richtungen. Hunderte bis tausende Fahrgäste steckten fest. Die Ansagen in betroffenen ICE-Zügen ließen erst einmal aufhorchen: Bis zu zwei Stunden Verspätung wurden angezeigt. Ein AZ-Reporter saß in einem der betreffenden Züge.

Zum Glück entpuppte sich das als etwas überzogene Einschätzung. Gegen 18.15 Uhr meldete die Bundespolizei gegenüber der AZ, dass der Verkehr von Fernzügen und S-Bahnen wieder fahre.
Die gesichteten Sprayer konnten jedoch nicht gefasst werden und sind erst mal über alle Berge. Die Fahndung läuft. Fahrgäste berichten von Verspätungen ihrer Züge von bis zu anderthalb Stunden.