Baumgärtner will "Vermüllungstätern" auf die Spur kommen und stellt Forderungen an die Stadt

Münchens Ruf als sauberste Großstadt bröckelt, meint die CSU. Und trotzdem würden die Bußgeldzahlen sinken. Clemens Baumgärtner (CSU) will "Vermüllungstätern" nun konsequenter auf die Spur kommen und fordert die Stadt zum harten Durchgreifen auf. Mit einem Drei-Punkte-Plan schreibt sich die CSU-Fraktion das städtische Facility Management nun selbst auf die Kappe.
Sophia Willibald
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Etliche Hundtüten, gefüllt mit Kot, leere Kaffeebecher, und Verpackungen von Silvesterfeuerwerk - hier im Grünwaldpark in der Nähe von Nymphenburg quillt ein Mülleimer über.
Etliche Hundtüten, gefüllt mit Kot, leere Kaffeebecher, und Verpackungen von Silvesterfeuerwerk - hier im Grünwaldpark in der Nähe von Nymphenburg quillt ein Mülleimer über. © CSU

Letztens in Obergiesing: Ein Mann kickt die Verpackung seines Sandwiches an den Rand des Gehsteigs und marschiert unbeeindruckt weiter. Etwa 50 Meter weiter wäre ein Mülleimer gewesen.

Es sind wohl Situationen wie diese, die viele Münchnerinnen und Münchner frustrieren. Laut Clemens Baumgärtner (CSU) gibt es kaum ein Thema, zu dem die Stadtratsfraktion und ihn persönlich so viele Beschwerden erreichen wie die Sauberkeit der Stadt.

Baumgärtner will "Vermüllungstätern" auf die Spur kommen und fordert die Stadt auf, härter durchzugreifen

Der OB-Kandidat sieht die Ursache primär im "Fehlverhalten Einzelner", "wenn sie ihren Müll rücksichts- und achtlos abladen". Die Folgen seien: "überfüllte Mülleimer, verdreckte Grünanlagen, versiffte Baustellen, überquellende Wertstoffinseln mit Unrat davor".

Und: Clemens Baumgärtner warnt, dass sich die Zustände noch verschlimmern würden, wenn die Stadt nicht härter durchgreife. Er und die CSU-Stadtratsfraktion wollen genau das verhindern und haben sich die städtische Sauberkeit selbst auf die Kappe geschrieben.

An der Ecke Otkerstraße/Fromundstraße nahe des Wettersteinplatzes liegen Taschentücher und Papiertüten neben dem Mülleimer in der Wiese.
An der Ecke Otkerstraße/Fromundstraße nahe des Wettersteinplatzes liegen Taschentücher und Papiertüten neben dem Mülleimer in der Wiese. © CSU

Mit einer Art politischen Großputz in Form von drei neuen Anträgen an den Stadtrat will Baumgärtner den "Vermüllungstätern" auf die Spur kommen und sie zur Rechenschaft ziehen – mit dem Ziel, "Münchens ehemals guten Ruf als sauberste Großstadt Deutschlands wieder" aufzupolieren.

Denn in einer Mitteilung der christlich-sozialen Union listet die Partei alle geahndeten Fälle von "unzulässiger Verschmutzung öffentlicher Flächen sowie des Wegwerfens von Gegenständen". Das Ergebnis laut der CSU: 2024 liefen 118 Verfahren der Bußgeldstelle des Kreisverwaltungsreferates.

Neben den Containern im Grünwaldpark wurden Christbäume, Kartons und ein Teppich achtlos abgelegt.
Neben den Containern im Grünwaldpark wurden Christbäume, Kartons und ein Teppich achtlos abgelegt. © CSU

Im Jahre 2025 seien es dann nur noch 37 Verfahren gewesen. Baumgärtner ist der Meinung: "Sowohl die Anzahl der Strafen als auch die Höhe der Bußgelder sind nicht im Geringsten zur Abschreckung geeignet." Er und die CSU-Fraktion wollen mehr.

Erstens einen jährlichen Aktionstag mit dem Namen "Müll weg!". An dem sollen städtische Außendienstmitarbeiter, etwa vom Kommunalen Außendienst, dem KVR, oder der Naturschutzwacht, "verstärkte Kontrollen gegen Müllsünder durchführen" – inklusive der Verhängung von Bußgeldern freilich.

Fraglich, ob hier, am Grünwalder Stadion, wirklich ein "Vermüllungstäter" am Werke war, oder der Eimer einfach öfter geleert werden müsste.
Fraglich, ob hier, am Grünwalder Stadion, wirklich ein "Vermüllungstäter" am Werke war, oder der Eimer einfach öfter geleert werden müsste. © CSU

Zweitens sollen Baustellen "unratsicher" gemacht werden. Etwa indem sie von vornherein so geplant werden, dass es keine Nischen oder verwinkelte Absperrungen gebe.

Und drittens: ein dauerhafter städtischer Ansprechpartner für Bürger beim Thema Vermüllung. Da die Stadt eine solche Stelle aus Kostengründen bereits ablehnte, schlägt die CSU nun vor, "eine bereits vorhandene Stelle umzuwidmen".

Ob die CSU das Müllproblem mit diesen drei Anträgen in den Griff bekommt, bleibt abzuwarten.

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  • Ch_Muc vor 7 Minuten / Bewertung:

    Habe beobachten können, wie geschickt die Krähen sind, die in vollen Mülleimer wühlen, Stück für Stück auf den Boden schleudern. Die Krähen landen auf dem Boden, picken Essenreste. Sie sind sehr geschickt, reichlich Erfahrung. Das müssen Wiederholungstäter sein.

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