Über 200 Einsätze: Tiefgaragen und Unterführungen in München unter Wasser – manche gingen baden
Teils heftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen sind über den Süden und den Osten Bayerns hinweggezogen. In München setzte das Unwetter am Montag gegen 20 Uhr ein – mit Blitz, Donner, Starkregen und Hagel. Innerhalb weniger Minuten verwandelten sich Straßen und Wege zu Bächen. Die hochsommerlichen Temperaturen von 26 Grad und mehr stürzten um mehrere Grade nach unten.

Zahlreiche Straßen und Unterführungen in München und Umgebung standen kurz nach Einsetzen des Unwetters unter Wasser, so etwa die Unterführung Baumgartnerstraße. Autos blieben stecken, es kam zu zahlreichen Feuerwehr-Einsätzen in der Landeshauptstadt. Von fast 200 Einsätzen am 29. und 30. Juni alleine der Freiwillgen Feuerwehr München stehen über 180 im Zusammenhang mit dem Unwetter. In der Übersicht entfallen 20 Einsätze auf überschwemmte Straßen und Gehwege, weitere 20 auf herabastürzende Äste und Bäume oder solche, die drohten, herabzustürzen. Die restlichen 140 Einsätze fielen alleine wegen Wasser in Gebäuden und überlaufenen Kellern an.

Landratsamt München unter Wasser
Mehrere hundert Quadratmeter Kellerräume des Landratsamtes München am Mariahilfplatz, die als Archiv genutzt werden, standen am Montagabend etliche Zentimeter hoch unter Wasser. Nachdem die Feuerwehr München den Erstangriff eingeleitet hatte, übernahmen Einheiten des Landkreises die weiteren Absaugarbeiten.
In der Passauer Straße stand eine Tiefgarage teilweise knietief unter Wasser. Am Montagabend rückte die Feuerwehr München zu zahlreichen Einsätzen aus, um Keller und Tiefgaragen auszupumpen.
Ein Fahrer des Busses der Linie 134 probiert sein Glück beim Durchfahren einer Unterführung
Kühlendes Bad in der Unterführung
Neben Autos, die teilweise in den vollgelaufenen Unterführungen Münchens steckengeblieben sind oder ihr Glück bei der Durchfahrt probierten, nutzten andere den Starkregen auch für eine kurz Abkühlung – wie dieses Video zeigt, mit einem Bad zwischen den beinahe schwimmenden Pkw.
Auswirkungen auf den S-Bahn-Verkehr
Die Wassermassen und Blitzeinschläge beeinträchtigen auch den S-Bahn-Verkehr in München, insbesondere die Linien S6 (Ebersberg), S7 (Pullach) und S8 (Flughafen) sind betroffen. Zwischen Leuchtenbergring und Ismaning ist kein S-Bahn-Verkehr möglich, heißt es von der Deutschen Bahn. Der Grund dafür ist Witterung, Ersatz-Taxis stehen bereit. Reisende zum Flughafen sollen die S1 nutzen. AZ-Reporter berichten, dass ein Blitz ins Stellwerk in Unterföhring eingeschlagen haben soll.
Diverse Gewitterzellen im Süden und Osten Bayerns
Auf den Regenradaren tauchten zeitgleich auch an vielen anderen Orten in Bayern teils dunkelrot gefärbte Gewitterzellen auf – insbesondere im Raum Rosenheim, Passau sowie Regensburg. Die Gewitter zogen von Österreich kommend nach Norden und Nordosten über den Freistaat hinweg.
Im Norden des Freistaates war die Lage dagegen zunächst noch deutlich ruhiger. Nur ganz punktuell gab es Gewitter und Regen, etwa in den Landkreisen Cham und Schwandorf in der Oberpfalz sowie an der Landesgrenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern.

Wechselhaftes Wetter und zahlreiche Gewitterwarnungen
Nach der Rekordhitze der vergangenen Tage hatte sich die Wetterlage in Bayern bereits am frühen Montagabend vielerorts sehr wechselhaft präsentiert. Kurzzeitig gab es vom Deutschen Wetterdienst für Südbayern gar eine Warnung vor "extremem" Unwettern in Südbayern – diese wurde aber in eine normale Warnung geändert.
Gleichwohl krachte, blitzte und donnerte es am Alpenrand und vor allem im Raum Rosenheim und Salzburg bis nach Niederbayern teils heftig. So mancher, der auf kühlendes Nass gehofft hatte, wurde aber auch enttäuscht: So schnell wie so manche dunkle Wolke gekommen war, war sie dann auch wieder verschwunden.
Auch in den kommenden Tagen soll es wechselhaft und gewittrig in Bayern bleiben - allerdings steigen die Temperaturen den Prognosen zufolge nicht mehr so stark an wie bisher.
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