Ude: Alle fünf Standorte bleiben!

Es soll auch keine Kündigungen geben. Und der OB verrät: Im Städtischen Klinikum haben Berater schon Millionen kassiert.
| Julia Lenders
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München - Oberbürgermeister Christian Ude hält trotz des Millionen-Defizits bei den städtischen Kliniken an den bisherigen fünf Standorten fest: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Standort ersatzlos gestrichen wird.“

Allerdings könnten die Krankenhäuser auch nicht im jetzigen Umfang bestehen bleiben, machte er klar. „Eine Verringerung der Dimension halte ich für unvermeidbar.“ Die aktuelle Bettenzahl sei viel zu hoch. Und es werde auch eine Zusammenlegung von Fachabteilungen geben müssen.

Ude ist seit Ende November Aufsichtsratschef des Stadtklinikums. Außerdem leitet er den neu geschaffenen Lenkungskreis. Eine denkbare Zukunfts-Option ist für den OB nach wie vor eine Klinik-Fusion – sofern dafür doch noch ein passendes Areal gefunden würde, was bisher nicht der Fall war (AZ berichtete). Auch den (Teil-)Abriss und Neubau von Klinik-Gebäuden schließt er nicht aus.

In jedem Fall aber solle dort, wo die fünf Krankenhäuser heute beheimatet sind, eine Anlaufstelle für Patienten bleiben. Wenigstens in Form einer Portalklinik oder Notaufnahme.

Was Ude gestern in einer Jahresvorschau vor Pressevertretern außerdem noch sagte, dürfte beim Klinikpersonal für Erleichterung sorgen: „Ich kann mir betriebsbedingte Kündigungen bei einer der wohlhabendsten Städte Deutschlands nicht vorstellen, solange es sie auch andernorts nicht gibt.“ Für 2014 waren betriebsbedingte Kündigungen tarifvertraglich ohnehin ausgeschlossen. Aber auch danach soll es laut dem OB dabei bleiben.

Neben diesen Absichtserklärungen gab es auch zwei ganz konkrete Neuigkeiten vom Sorgenkind Stadtklinikum: Inzwischen ist – „in kürzester Rekordzeit“, wie Ude betont – entschieden worden, welche externe Beraterfirma mit dem Sanierungsgutachten betraut wird. Die Wahl fiel auf die „Boston Consulting Group“, die nun binnen acht Arbeitswochen ein Ergebnis präsentieren soll.

Ude berichtete: Das Unternehmen bringe große einschlägige Erfahrungen mit und habe sich gegen drei weitere Bewerber durchgesetzt. Anders als der Firmen-Name es vielleicht nahe lege, seien außerdem vier der fünf Teammitglieder in München aufgewachsen.

Ausgeschlossen vom Auswahlverfahren waren Unternehmen, die schon fürs Klinikum tätig gewesen sind. Und davon gab es einige. Bisher seien 10 Millionen Euro (!) für Unternehmensberatungen bezahlt worden, berichtete Ude.

Haben die Berater der „Boston Consulting Group“ denn jetzt feste Vorgaben, was geht – und was nicht? Nicht im Sinne eines echten „No-Go“, sagt Christian Ude. „Aber sie wissen, dass ihr Vorschlag auch durchsetzbar sein muss." Der Preis des Gutachtens liegt unter 200.000 Euro – ohne Mehrwertsteuer.

Auch eine neue Personalie gibt’s: Der Lenkungskreis bekommt Verstärkung. Professor Claude Krier, Klinischer Direktor in Stuttgart, wird medizinischen Sachverstand in das bisher eher ökonomisch geprägte Gremium mitbringen.

Noch vor der Kommunalwahl soll sich abzeichnen, wie die Sanierungspolitik der nächsten Jahre aussehen wird. Ude: „Die Unterstellung, wir würden auf Zeit spielen, um vor der Kommunalwahl etwas unter der Decke zu halten, ist nicht berechtigt.“ Die schlechten Nachrichten seien ja schon alle da.

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