U-Bahnhof Sendlinger Tor: Genehmigung ist da

Der Umbau am Sendlinger Tor ist das bisher größte Modernisierungsprojekt im Bereich der Münchner U-Bahnstationen. Die Kosten liegen bei rund 150 Millionen Euro, Fertigstellung voraussichtlich 2022.
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Der U-Bahnhof Sendlinger Tor erhält ein neues Gesicht.
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München - Der entsprechende Planfeststellungsbescheid für die Sanierung, Modernisierung und Erweiterung der Station ist den Stadtwerken München (SWM) als Bauherrin am heutigen Mittwoch ausgehändigt worden: Die Regierung von Oberbayern (ROB) gab für den Umbau des U-Bahnhofs Sendlinger Tor grünes Licht.

Wie die SWM mitteilen, sollen die ersten Hauptbaumaßnahmen 2017 starten. Bis dahin stehen allerdings noch umfangreiche Vorarbeiten an - wie die Verlegung von Leitungen, Rohren und Kanälen (Abwasser, Fernwärme, Erdgas, Wasser etc.).

Diese Arbeiten - sie sind nötig, um die eigentlichen Baufelder freizumachen - laufen bereits seit August 2015 und werden 2016 fortgesetzt, zum Beispiel auf dem Platz vor dem Sendlinger Tor und in der Wallstraße.

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Größere Einschränkungen seien damit zunächst nicht verbunden, heißt es bei den Stadtwerken.

Auf Grundlage dieses aktuellen Planungsstandes, also inklusive der zusätzlichen Baumaßnahmen und Brandschutzmaßnahmen, sowie auf Basis aktueller Preisniveaus werden die Projektkosten auf insgesamt ca. 150 Millionen Euro geschätzt.

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Der Umbau geht – wie bei den bisherigen Bahnhofsmodernisierungen – in Form einer Wanderbaustelle über die Bühne, also unter laufendem Betrieb.

Weil der Bahnhof für den Umbau nicht einfach zugesperrt werden kann und die erforderlichen Baumaßnahmen sehr umfangreich sind, liegt die Gesamtbauzeit bei fünf bis sechs Jahren, 2022 soll alles fertig sein.

 

 

Steigerung der Kapazität im Mittelpunkt

 

Der Umbau am Sendlinger Tor ist das bisher größte Modernisierungsprojekt im Bereich der Münchner U-Bahnstationen. Ziel ist, die Leistungsfähigkeit zu steigern, weil der der dreistöckige U-Bahnhof in seiner Bauzeit vor über 40 Jahren nicht auf das heutige Kundenaufkommen ausgelegt war. Immer neue Engpässe in den aufkommensstarken Hauptverkehrszeiten zwingen die Verantwortlichen zum Handeln.

Darüber hinaus soll die Station auf allen Ebenen von Grund auf saniert und modernisiert, barrierefrei ausgebaut und brandschutztechnisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Es entstehen zusätzliche Wege, Zugänge und Rolltreppen.

Die wichtigsten Umbauten im Überblick...

Der Bypass
Auf Ebene der U1/U2 wird zusätzlicher Platz geschaffen, indem zwischen den beiden Bahnsteigröhren im Bereich der zentralen Treppenanlage ein bisher nicht vorhandener Durchgang entsteht. Dieser neue Bypass sorgt für mehr Bewegungsfläche und bewirkt – in Kombination mit dem geplanten Umbau der zentralen Treppenanlage – eine Entzerrung der Fahrgastströme.

Der Treppen-Dreh
Herzstück der Entlastungsmaßnahmen ist der Umbau des zentralen Umsteigebereichs zwischen U1/U2 und U3/U6. Die dort vorhandenen Treppen sollen neu angeordnet und erweitert werden, so dass sich die Fahrgastströme auf die verschiedenen Treppen verteilen und sich dadurch entzerren. Staus und Querungen werden weitgehend vermieden – und Engpässe damit verhindert, auch an den Bahnsteigen.

Neue Ausgänge
Zwei neue Durchbrüche an den beiden Bahnsteigenden der U1/U2 sollen für weitere Entlastung sorgen. Über den zusätzlichen Durchgang im Norden können Fahrgäste künftig das Sperrengeschoss erreichen, ohne den Zentralbereich durchqueren zu müssen. Vom neuen Tunnel im Süden gelangt man direkt an die Oberfläche (Blumenstraße zwischen Müller- und Pestalozzistraße). Auch wer diesen Weg wählt, trifft nicht mehr auf die Umsteiger im Zentralbereich und entlastet damit die zentrale Treppenanlage. An dieser grundsätzlichen Ausrichtung hat sich seit der Ausarbeitung der entsprechenden Machbarkeitsstudie im Jahr 2011 nichts geändert. Die Planung wurde in den vergangenen vier Jahren jedoch vertieft, fortgeschrieben und in diesem Zusammenhang auch noch wesentlich erweitert.

Die wichtigsten zusätzlichen Maßnahmen...

Hauptausgang
Der Ein- und Ausgang zum Sendlinger Tor (vor dem Kino) wird analog zum Aufgang Müllerstraße größer dimensioniert. Damit entsteht Platz für eine zweite Rolltreppe, um die Leistungsfähigkeit in diesem Bereich weiter zu verbessern und dem Fahrgastaufkommen in beiden Richtungen gerecht zu werden.

Aufzüge
Der U-Bahnhof erhält am neuen Ausgang zur Blumenstraße (Höhe Wallstraße) einen zusätzlichen Aufzug. Außerdem werden die beiden Aufzüge Seite 3 von 3 von und zur U1/U2, die bisher im Sperrengeschoss enden, bis an die Oberfläche verlängert. Dies erspart den Nutzern der Lifte weite Fußwege und verbessert die barrierefreie Erschließung an dieser zentralen Stelle. Darüber hinaus werden im Zuge des Umbaus auch alle bestehenden Rolltreppen und Aufzüge ausgetauscht, die in absehbarer Zeit erneuerungsbedürftig sind. Letztere werden im Rahmen der Erneuerung auch beschleunigt, was ebenfalls eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit bedeutet.

Stromversorgung U-Bahn
Teil des Gesamtprojekts ist nun auch der Einbau eines neues Gleichrichterwerks für die Stromversorgung der U-Bahn zur Realisierung der vorgesehenen Taktverdichtungen auf der U3/U6.

Brandschutz
Im Zuge der vertieften Planung wurden auch die Brandschutzmaßnahmen weiterentwickelt und an die aktuellen Anforderungen und eigenen Ansprüche an ein zukunftsfähiges Bauwerk angepasst.

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