Kommentar

Fataler Eindruck: Für den FC Bayern wird alles ermöglicht – sogar bei einem Warnstreik

Am Mittwoch soll im Berufsverkehr keine einzige U-Bahn in der ganzen Stadt fahren. Trotz Streik ab dem Nachmittag aber ganz viele in Richtung Allianz Arena. Das macht einen fatalen Eindruck, kommentiert AZ-Lokalchef Felix Müller.
Felix Müller
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An der Münchner Freiheit geht am Mittwoch wieder gar nichts. Bis die Tore geöffnet werden für die Fußballfans auf dem Weg Richtung Arena.
An der Münchner Freiheit geht am Mittwoch wieder gar nichts. Bis die Tore geöffnet werden für die Fußballfans auf dem Weg Richtung Arena. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber

Wille kann Berge versetzen. Das gilt offenbar auch für Verkehrsbetriebe. Als letzte Woche die U-Bahn einen ganzen Tag geschlossen blieb, war keine Rede davon, dass es eine Möglichkeit gäbe, einen ausgedünnten Betrieb zu ermöglichen. Als nun ein Bayern-Spiel auf der Kippe stand, wurden offenbar kurzfristig alle Hebel in Bewegung gesetzt.

Es ist wie so oft in dieser Stadt. Keiner denkt an die, die hier leben

Es sei allen gegönnt, die heute zum Fußball wollen, vielleicht längst Tickets gekauft haben, ihre Kinder nach Abpfiff schnell ins Bett bringen müssen - oder sich vor extremem Gedrängel fürchten. Ein schaler Beigeschmack bleibt aber trotzdem.

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Weil tagsüber in der ganzen Stadt nichts geht. Und abends auf der U6 sehr viel. Natürlich können die U-Bahn-Fahrer streiken, es ist im Wortsinne ihr gutes Recht. Warum hat bei der MVG aber letzte Woche niemand mit Hochdruck daran gearbeitet, dass man tags für den Münchner Alltag zumindest ein Notangebot machen kann? Es ist wie so oft in dieser Stadt: Das Große, das Glänzende muss funktionieren. An den Alltag und daran, dass hier Menschen leben, denkt eher keiner.

Vieles deutet auf eine baldige Einigung in diesem Tarifkonflikt hin. Und was, wenn er doch eskaliert, viele Streiktage drohen? Ganz offensichtlich kann die U-Bahn teils trotz Streik fahren. Das sollte die MVG dann tun. Auch wenn nicht der FC Bayern anruft. Denn auch ein kleiner Teilbetrieb - etwa in der Früh zwischen Harras und Münchner Freiheit - wäre ein großes Plus gegenüber dem Komplett-Stillstand. Man muss es aber eben wollen.

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  • meingottwalter am 12.02.2026 08:18 Uhr / Bewertung:

    Und alles zahlt der Steuerzahler. Auch die Sicherheit in und vor dem Stadion zahlt ja nicht dieser Fußballverein.

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  • Tinette am 11.02.2026 18:37 Uhr / Bewertung:

    Wichtig ist, dass die Fan rechtzeitig ins Stadion kommen. Das muss möglich gemacht werden!
    Ob jetzt z.B. das OP-Team problemlos zu seinem lebenswichtigen Einsatz kommt oder der Apotheker seinen Laden für dringenden Medikamentenbedarf öffnen will - zweitrangig.
    Das Vergnügen am Fußballplatz geht vor!!!

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  • tutnixzursache am 11.02.2026 11:40 Uhr / Bewertung:

    Fataler neid-Kommentar. Mit etwas nachdenken kann man selbst darauf kommen: ein zeitlich begrenzter Pendelverkehr zu einer Großveranstaltung ist trotz Streik realisierbar. Ganz München während des Schul- und Berufsverkehr abzudecken dagegen unmöglich.
    Es macht durchaus auch Sinn, so etwas Dampf aus dem potentiellen Verkehrschaos zu nehmen. Dabei spielt es doch überhaupt keine Rolle, ob der FC Bayern oder z.B AC/DC in der ausverkauften Allianzarena spielen würden.

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