Trickbetrüger: Erst falsche Handwerker, dann falsche Polizisten

Zwei Tage lang hält eine Bande in München eine herzkranke Rentnerin auf Trab. Am Ende geben sich die Täter als Polizisten aus und stehlen 40.000 Euro.
| Ralph Hub
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Trickbetrüger an der Wohnungstüre (gestellte Szene)
imago/Becker & Bredel Trickbetrüger an der Wohnungstüre (gestellte Szene)

München - Was sind das nur für Menschen, die eine herzkranke, alte Dame ohne jegliche Skrupel um den letzten Cent betrügen? Zunächst tauchte bei der 84-Jährigen am vergangenen Dienstag ein Mann auf, der sich als Handwerker ausgab. Im Haus gebe es einen Wasserschaden. Weil er alleine sei, bat er die 84-Jährige um Unterstützung. Sie sollte im Bad sämtliche Wasserhähne aufdrehen – ein Ablenkungsmanöver.

Doch die Rentnerin war sofort misstrauisch. Sie fragte nach. Der vermeintliche Handwerker versuchte, ihr Angst zu machen: Sie sei für den Wasserschaden verantwortlich, behauptete er. Die Rentnerin hielt, wie verlangt die Duschbrause in der Hand. Der Mann verließ das Bad und schloss dabei die Tür. Offenbar wollte er unbeobachtet die Wohnung nach Wertsachen durchsuchen.

Der Gauner entdeckt in der Wohnung einen Tresor

Die 84-Jährige ahnte, was der Besucher plante. Sie bat den Mann, umgehend die Wohnung zu verlassen. Der Gauner hatte zwar noch nichts erbeutet, offenbar hatte er aber gesehen, dass in der Wohnung ein Tresor eingebaut ist.

Und der Gauner gab nicht auf. Am nächsten Tag kam er zurück. Er läutete immer wieder an der Tür, rief die Münchnerin am Telefon an. Doch die 84-Jährige tat so, als sei sie nicht zu Hause. Wenig später beobachtete sie durchs Fenster zwei Männer, die weggingen. Doch auch jetzt waren die Betrüger noch immer nicht bereit, ihr Opfer in Ruhe zu lassen. Am Nachmittag meldete sich einer von ihnen erneut telefonisch. Diesmal behauptete der Anrufer, er sei von der Polizei. Er wolle sie warnen, Trickbetrüger hätten es auf sie abgesehen, erzählte er. Kollegen hätten die falschen Handwerker aus ihrer Wohnung festgenommen. Zwei Kripobeamte würden demnächst bei der 84-Jährigen vorbeikommen, kündigte er an.

Die Täter erbeuten 40.000 Euro

Tatsächlich tauchten am Mittwoch gegen 15 Uhr zwei Männer auf, die sich als Polizisten ausgaben. Es kam noch eine Frau dazu, die vorgab, Kriminalbeamtin zu sein. Die vermeintliche Polizistin forderte die Rentnerin auf, ihren Tresor zu öffnen. Sie müsse Schmuck und Bargeld aus dem Safe mitnehmen, um alles auf der Dienststelle zu fotografieren. Die falschen Polizisten packten sämtliche Wertsachen ein und verließen dann schnell die Wohnung. Insgesamt nahm das Trio Geld und Schmuck im Wert von rund 40.000 Euro mit.

Kurz darauf kam die Schwiegertochter der 84-Jährigen zu Besuch. Die Rentnerin erzählte, was passiert war. Die Schwiegertochter schöpfte sofort Verdacht und verständigte die echte Polizei. Die Männer werden als Südländer beschrieben. Sie sind zwischen 20 und 30 Jahre alt. Zwei haben ausrasierte Bärte. Einer wird als dickliche, schlampige Erscheinung beschrieben. Die Frau ist etwa 30 Jahre alt, 1,75 Meter groß mit kräftiger Figur. Sie hat dunkle Haare zum Pferdeschwanz zusammengebunden. Bekleidet war sie mit einer grauen Jogginghose.

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