Trauriger Anlass: Darum wird es heute um 15 Uhr an Münchens Hauptbahnhof still
Am Mittwochnachmittag wird es am Hauptbahnhof in München und weiteren Bahnhöfen und Zügen in ganz Deutschland für eine Minute still. Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter (36) bei einer Ticketkontrolle in Rheinland-Pfalz am Montag, möchte die Deutsche Bahn um 15 Uhr dem getöteten Mitarbeiter mit einer bundesweiten Schweigeminute gedenken.
Alle Kolleginnen und Kollegen, alle Eisenbahnerinnen und Eisenbahner und alle Fahrgäste seien zur Teilnahme aufgerufen, dabei sollen passende Durchsagen, ein Innehalten oder Schweigen möglich sein, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Aus Sicherheitsgründen geht der Bahnbetrieb auch während der Schweigeminute weiter.
DB-Chefin: "Ein schwarzer Tag für alle Eisenbahnerinnen und Eisenbahner"
Die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, schrieb in einem Beitrag auf der Plattform LinkedIn, der Tod des Mitarbeiters mache sie "fassungslos und traurig". "Wir alle bei der Deutsche Bahn verurteilen diesen schrecklichen Gewaltexzess und den völlig sinnlosen Tod des Kollegen aufs Schärfste. Wir alle müssen uns die Frage stellen, warum es immer wieder zu solchen Gewaltausbrüchen kommt." Es sei ein schwarzer Tag für alle Eisenbahnerinnen und Eisenbahner, ihr tiefes Mitgefühl gelte seinen Angehörigen, Freunden und Kollegen.
Auch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat ihre Mitglieder zu einer Schweigeminute um 15 Uhr aufgerufen. "Wir sind erschüttert und trauern um unseren Kollegen", teilte der EVG-Vorsitzende Martin Burkert mit. "Heute steht die Eisenbahnerfamilie still."
Bahnmitarbeiter bei Ticketkontrolle angegriffen und tödlich verletzt
Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei hatte ein 26-Jähriger den 36 Jahre alten Bahnmitarbeiter Serkan C. am Montagabend bei einer Ticketkontrolle angegriffen, als der Regionalexpress den Bahnhof Landstuhl im Kreis Kaiserslautern verlassen hatte.
Da der 26-Jährige keinen Fahrschein vorzeigen konnte, sollte er des Zuges verwiesen werden – daraufhin kam es laut Polizei zum Angriff. Der Zugbegleiter wurde demnach vor Ort reanimiert. Fahrgäste leisteten Erste Hilfe und alarmierten die Polizei.
Der zunächst lebensgefährlich Verletzte wurde in ein Krankenhaus gebracht. Einsatzkräfte der Landespolizei des Saarlandes und der Bundespolizei nahmen den Tatverdächtigen fest. Die Kriminaldirektion Kaiserslautern ermittelt zu den Hintergründen des Geschehens und zum Tatablauf.
Bei dem mutmaßlichen Täter handele es sich um einen Griechen ohne Wohnsitz in Deutschland, sagte eine Polizeisprecherin. Der 26-Jährige sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Zum genauen Tathergang lagen zunächst keine näheren Angaben vor. "Zur Tatwaffe oder möglichen Tatwerkzeugen können wir nichts sagen", sagte die Sprecherin.
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