"Bittere Enttäuschung": Münchner Vorzeige-Start-up meldet Insolvenz an

Der Sion sollte die Mobilität revolutionieren – ein Elektroauto, das sich mit Solarzellen selbst mit Energie versorgt. Doch aus der Vision wird nichts mehr: Die Münchner Firma Sono Motors hat den Betrieb eingestellt und Insolvenz angemeldet. Die ganze Hoffnung liegt nun auf der Solartechnik des Unternehmens.
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Das Solarauto Sion schaffte es nie auf den Markt. (Archivbild)
Das Solarauto Sion schaffte es nie auf den Markt. (Archivbild) © Alexander Herold/Sono Motors/dpa

Es war eine der spannendsten Mobilitätsideen aus München: Ein Elektroauto, das Sonnenenergie direkt über Solarzellen in der Karosserie nutzt und so zusätzliche Reichweite gewinnt. Mit dem Sion sorgte das Start-up Sono Motors ab 2016 weltweit für Aufmerksamkeit und begeisterte Tausende Unterstützer. 

Doch daraus wird nichts mehr: Auf seiner Unternehmenswebseite hat das Münchner Unternehmen Sono Motors bekannt gegeben, den operativen Geschäftsbetrieb zum 31. Juli 2026 eingestellt zu haben. Ein Insolvenzverfahren sei nun der nächste Schritt. Wie die Münchner Firma erklärte, scheiterte die Suche nach einer langfristigen Finanzierung trotz intensiver Gespräche mit potenziellen Investoren.

Solarauto Sion schaffte es nie auf den Markt 

Der Traum vom Solarauto platzte allerdings schon früh. Nachdem das Serienmodell des Sion nie auf den Markt gekommen war, verabschiedete sich Sono Motors bereits 2023 vom eigenen Fahrzeug. Stattdessen setzte die Münchner Firma auf Solartechnik für Busse, Nutzfahrzeuge und gewerbliche Flotten. Doch auch dieser Strategiewechsel brachte nicht den erhofften wirtschaftlichen Erfolg.

Die Münchner Firmenzentrale in der Waldmeisterstraße.
Die Münchner Firmenzentrale in der Waldmeisterstraße. © Bernd Wackerbauer

Sono Solar steht zum Verkauf

Nun steht das Herzstück des Unternehmens zum Verkauf: Unter der Marke Sono Solar sollen die entwickelte Solartechnologie, Patente, Hardware, Leistungselektronik, Solardatendienste sowie sämtliche technischen Unterlagen einen neuen Eigentümer finden. Ziel ist es, die marktreifen Lösungen in andere Unternehmen zu überführen und dort weiterzuentwickeln. Konkrete Interessenten oder ein offizielles Bieterverfahren wurden bislang nicht bekannt.

Auslöser der Insolvenz war nach Unternehmensangaben der Rückzug der Muttergesellschaft Sono Group N.V., die im Frühjahr 2026 ihre Finanzierung des Solargeschäfts beendete. Anschließend wurde die GmbH zwar noch von den beiden Geschäftsführern Denis Azhar und Jan Schiermeister übernommen, doch auch dieser Neustart konnte das Unternehmen nicht mehr retten.

Geschäftsführer Denis Azhar: "Eine bittere Enttäuschung"

In der Pressemitteilung auf der Unternehmensseite erklärte Geschäftsführer Denis Azhar: "Dass es uns letztlich nicht gelungen ist, eine Finanzierung zu sichern, ist eine bittere Enttäuschung." Gleichzeitig zeigte er sich überzeugt, dass das über Jahre aufgebaute Know-how im Bereich Solarmobilität weiterhin großes Potenzial besitzt. Jetzt hoffe man auf Investoren, die die Technologie übernehmen und zur Serienreife weiterentwickeln.

Damit endet vorerst die Geschichte eines Münchner Unternehmens, das viele Jahre als Symbol für eine neue, nachhaltigere Form der Mobilität galt. Vom Sion selbst bleibt zwar kein Auto – seine Solartechnik könnte jedoch in Zukunft weiterleben.

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  • JENZZ vor 23 Minuten / Bewertung:

    Die Insolvenz ist die logische Konsequenz, wenn man außer einer Aufmerksamkeit erregenden Idee, die bei einfachen Physikkenntnissen auch schnell nicht mehr als eine Idee bleibt, insbesondere gar kein Produkt hat. Wenn bei diesem Geschäftskonzept nur ansatzweise Fleisch am Knochen gewesen wäre, hätten sich interessierte Investoren auch die Klinke in die Hand gegeben. Um ein Fahrzeug von der ersten Zeichnung bis zum fertigen Produkt auf 4 Räder zu bekommen, bedarf es in erster Linie massiven Kapitaleinsatz. Das wäre sicher ein hoher 3 stelliger Millionenbetrag gewesen. Und natürlich das Knowhow der Automobilindustrie zumindest eines Angestellten im Unternehmen, um auf dieser Ebene aktiv werden zu können. So bleiben sehr viele enttäuschte Menschen, die sehr viel Geld verloren haben.

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