Touristenzahlen in München drastisch eingebrochen

Aufgrund der Corona-Pandemie sind die Touristenzahlen in München in der ersten Jahreshälfte 2020 drastisch eingebrochen.
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Touristen am Münchner Marienplatz.
Sven Hoppe/dpa Touristen am Münchner Marienplatz.

München – "Die Zahlen sind nicht überraschend, aber dramatisch", betont Clemens Baumgärtner, Referent für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München und spricht dabei über die touristische Halbjahresbilanz in München.

Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Auflagen und Maßnahmen sind die Touristenzahlen in der Landeshauptstadt für die Monate Januar bis Juni drastisch gesunken.

Für die erste Jahreshälfte zählte man in den gewerblichen Beherbergungsbetrieben (Hotels, Pensionen, Jugendherbergen usw.) insgesamt 1,63 Millionen Ankünfte. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 4,02 Millionen. Das bedeutet einen Rückgang von 59,3 Prozent.

Die München-Besucher generierten 3,63 Millionen Übernachtungen. Im Vergleich dazu waren es im Vorjahr noch 8,29 Millionen, was einen Rückgang um 56,4 Prozent entspricht.

Touristenzahlen: Drastischer Einbruch im Juni

Von Januar bis Mitte März registrierte man noch ein relativ normales Reiseaufkommen, um so drastischer der Einbruch im Juni. Für den Juni 2020 wurden bei den Ankünften ein Minus von 76,9 Prozent, bei den Übernachtungen von 73,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat festgestellt.

"Die Krise führt uns vor Augen, welche Wertschöpfung mit allen touristischen Leistungen zu normalen Zeiten erarbeitet wird. Die Verluste sind erheblich und schwächen eine für München wichtige Branche mit vielen Arbeitsplätzen", so Baumgärtner.

Während die Touristenzahlen aus dem Inland "nur" um die 50 Prozent weggebrochen sind (Ankünfte: - 54,3 Prozent, Übernachtungen: - 50,1 Prozent), liegen die Werte bei Touristen aus den europäischen Nachbarländern wie Österreich, Italien, Schweiz oder Frankreich schon zwischen 70 und 95 Prozent.

Überseetourismus fast komplett weggebrochen

Der Überseetourismus aus Staaten wie den USA, China oder den arabischen Golfstaaten kam indes fast vollkommen zum Erliegen, hier liegen die rückgängigen Werte bei Ankünften und Übernachtungen bei über 95 Prozent.

Seit der Wiedereröffnung der Hotels in Bayern am 30. Mai 2020 war nur eine geringe Steigerung des Buchungsaufkommens feststellbar. Stand Juli 2020 liegt in München die Hotel-Auslastung im Schnitt bei 35 Prozent. (29,4 Prozent für gesamten Juli, 34,1 Prozent für die letzte Juliwoche, 36 Prozent am 31. Juli). Im Vorjahr lag die Auslastung zu diesem Zeitpunkt noch bei 87 Prozent.

Vor allem zwischen Stadt und Land gibt es aktuell in der Tourismusbranche einen deutlichen Unterschied. "Gerade in den Städten fehlen die ausländischen Touristen und auch Veranstaltungen wie Messen oder Kongresse. Dies können Deutschland-Urlauber nicht kompensieren", sagte eine Sprecherin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands mit Sitz in München.

Lesen Sie auch: "Sommer in der Stadt" in München - Was geboten ist

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