Touristen sind verrückt nach Bayern

Immer mehr Touristen kommen zu Besuch in den Freistaat. Vor allem Chinesen und Araber haben das Land der Schlösser, Seen und Skipisten für sich entdeckt.
| Anja Perkuhn
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Mei is das Schnee: Chinesische Touristen freuen sich über weiße Flocken am Nationaltheater – die bayerische Tourismusbranche freut sich über die Chinesen.
Daniel von Loeper Mei is das Schnee: Chinesische Touristen freuen sich über weiße Flocken am Nationaltheater – die bayerische Tourismusbranche freut sich über die Chinesen.

München Ilse Aigner hat neue Skier, des erzählt die bayerische Wirtschaftsministerin beschwingt am Freitag im Wirtschaftsministerium. Sie hat die Bretter vom Kabinett im Dezember zum 50. Geburtstag geschenkt bekommen, und sie hat sie am vergangenen Wochenende am Sudelfeld ausprobiert. „Schöner kann Wintertourismus in Bayern für mich nicht sein!“, sagt sie. Das erzählt sie aber nicht nur wegen des schönen Wedelwochenendes so beschwingt, sondern auch wegen der Zahlen, die sie vorlegt: Die bisherigen Spitzenwerte von 2013 hat die Tourismusbranche in Bayern 2014 noch einmal übertroffen.

Sowohl bei den Gästeankünften als auch bei den Übernachtungen gibt es Rekordwerte zu vermelden: Fast 32,5 Millionen Ankünfte sind verzeichnet und etwa 85,2 Millionen Übernachtungen – das sind 2,7 beziehungsweise 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders großen Anteil an dieser Entwicklung hat dabei das Gastgewerbe, in dem sich nach Aigners Angaben der Umsatz um 2,4 Prozent erhöht hat auf 13,9 Milliarden Euro.

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Jeder zehnte Gast kam dabei aus Österreich, gefolgt von Niederländern und US-Amerikanern. Über den Zuwachs darf sich die Branche vor allem bei Gästen aus China und den arabischen Golfstaaten bedanken: Den Schwund russischer und japanischer Bayernbegeisterung fangen sie ab: Fast um ein Viertel hat die Zahl der Touristen aus China und Hongkong zugenommen (insgesamt 322 757 Menschen), aus der Golfregion beinahe um 15 Prozent (219 032). Insgesamt kamen 2014 fast 8 Millionen Ausländer zu Besuch.

Vor allem der Tourismus in Großstädten hat überdurchschnittliche Zuwächse verzeichnet, ebenso der Camping- und der Gesundheitstourismus. Drei Viertel aller Übernachtungen in Bayern finden nach wie vor in den Landkreisen statt. Beliebte Ausflugsziele sind die süddeutschen Klassiker: Seen, Skipisten, Schlösser.

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Man müsse, sagt Aigner, aber auch neue Impulse setzen – beispielsweise das Marketing der Kurorte und Heilbäder für den florierenden Gesundheitstourismus verstärken oder „die bayerischen Trümpfe besser ausspielen“. Dafür startet zum Beispiel im März die Kampagne „Herrschaftliches Bayern“, hinter der ein Konzept steckt mit möglichst authentisch wirkenden Führungen durch Schlösser, von richtigen Adeligen geleitet, oder Besichtigungen von Manufakturen, die einst königlicher Hoflieferant waren.

Die vereinzelten Regionen, die eine negative Entwicklung aufweisen, wie beispielsweise Oberfranken, sollen dann auch noch insgesamt mitgezogen werden in diesem Jahr – auch dafür wurden die Mittel um 1,3 Millionen Euro aufgestockt. „Ein positives Zeichen an den Tourismus“, sagt die Ministerin. Fast so gut wie neue Skier.

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