Tourismus: Wenn's nur keine Schatten gäbe

Bayerns Schlösser hatten 2016 wieder mehr als fünf Millionen Besucher. Vor allem München hat aber die Terrorangst getroffen.
| dpa
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1,4 Millionen Besucher wurden 2016 auf Schloss Neuschwanstein gezählt.
dpa 1,4 Millionen Besucher wurden 2016 auf Schloss Neuschwanstein gezählt.

München - Im Tourismus-Geschäft geht es ja oft um das Wetter – wenn es nur nicht den ganzen Sommer verregnet, dann wird’s schon alles passen. Im Sommer 2016 konnte sich auch niemand darüber beklagen, dass die Sonne nicht genug brennen würde aus dem weiß-blauen Himmel – die Zahl der Besucher in Bayerns staatlichen Schlössern und Burgen sind trotzdem gesunken.

Bei über fünf Millionen liegen sie, wie auch schon 2015. Doch waren es noch fast 140 000 Menschen mehr. Allein das Königsschloss Neuschwanstein  zog 1,436 Millionen Besucher und bleibt damit Bayerns größte Attraktion – das sind aber etwa 86.000 weniger Touristen als im Vorjahr.

Lesen Sie hier: Bayerisches Wörterbuch geht online

Macht nichts, sagt Finanz- und Heimatminister Markus Söder (CSU): "Ein bisschen weniger Besucherdruck kann Neuschwanstein nur gut tun", immerhin seien zu den Hochzeiten bis zu 6000 Menschen pro Tag dort unterwegs.

Und für manche Orte war das vorige Jahr sogar besonders erfolgreich: Die Residenz in Ansbach hatte mehr als 20 000 Besucher – ein Anstieg um fast ein Viertel. Die Burg Trausnitz in Landshut wollten mehr als 83 000 Menschen sehen – im Vorjahr 66.000. Und das Residenzmuseum in München zählte 328 000 Gäste – Rekord für das ehemalige Stadtschloss.

Doch für die Landeshauptstadt enden damit die guten Nachrichten in dieser Sparte: Bavaria, Cuvilliés-Theater, Marstallmuseum , Schloss Nymphenburg, und Nympenburger Parkburgen: Sie alle hatten deutliche Besucher-Rückgänge, teilweise im fünfstelligen Bereich (Schloss: 10.000, Theater: 15.000).

"In Großstädten spiegelt sich die politische Weltlage wider"

Grund dafür: ein Schatten, der mit dem Klima nichts zu tun hat – nämlich die Terrorangst. Wegen der Anschläge in München, Würzburg und Ansbach kamen weniger Touristen aus dem Ausland, "das sieht man an den Übernachungszahlen", sagt Bernd Schreiber, Präsident der Bayerischen Schlösserverwaltung. "Vor allem in Haupt- und Großstädten spiegelt sich die politische Weltlage wider." Dafür, sagt Söder, sei man aber sehr zufrieden.

Und der Betrieb: Er geht ja immer weiter. Die Schlösserverwaltung steckt beispielsweise mehr als 80 Millionen in die Restaurierung der "Nibelungensäle" im Erdgeschoss der Residenz – der Königsbau soll im ersten Halbjahr 2018 wieder begehbar sein – und die der Gelben Treppe. Sie wird 2019 begehbar.

 

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