Streit um verstorbenen Großvater eskaliert auf Münchner Hirschgarten

Die Täter schlugen nach Polizeiangaben mit zwei Nothämmern auf die beiden 15-Jährigen aus München ein. Vorausgegangen war eine kränkende Bemerkung über einen verstorbenen Großvater. 
von  Ralph Hub
Die Polizei ermittelt gegen zwei Jugendliche wegen gefährlicher Körperverletzung. Sie sollen zwei 15-Jährige im Hirschgarten angegriffen haben. (Symbolbild)
Die Polizei ermittelt gegen zwei Jugendliche wegen gefährlicher Körperverletzung. Sie sollen zwei 15-Jährige im Hirschgarten angegriffen haben. (Symbolbild) © Markus Lenhardt

Die beiden 15-Jährigen wollten die Ehre eines gemeinsamen Freundes retten. Dessen verstorbener Großvater war offenbar in einem auf TikTok veröffentlichten Video beleidigt worden. Initiatoren waren zwei Jugendliche, deren Identität bisher noch nicht ganz geklärt ist, so ein Polizeisprecher.
Die zwei 15-Jährigen aus München verabredeten sich mit den beiden anderen Teenagern am Montagabend gegen 20 Uhr auf dem Skatergelände im Hirschgarten. Dabei sollte die Angelegenheit aus der Welt geschafft werden, so der Plan der Schüler.

Aussprache unter Jugendlichen eskaliert

Doch es kam anders. Die Jugendlichen, die sich über den Opa lustig gemacht hatten, waren offenbar auf noch mehr Ärger aus. Sie griffen nach Polizeiangaben die beiden 15-Jährigen an. "Sie schlugen mit zwei Nothämmern zu", sagte Polizeisprecher Ralf Kästle. Die beiden Opfer wurden bei dem Angriff jeweils leicht verletzt.
Die mutmaßlichen Täter flüchteten aus dem Hirschgarten. Die verletzten Teenager gingen nach Hause und erzählten ihren Eltern, was passiert war. Anschließend erstatten die Erwachsenen Anzeige bei der Polizei. Das Kommissariat 23 ermittelt inzwischen wegen gefährlicher Körperverletzung.

Ein Nothammer in einer Bahn. Im Notfall sollen damit Fahrgäste die Fensterscheiben des Zuges einschlagen können.
Ein Nothammer in einer Bahn. Im Notfall sollen damit Fahrgäste die Fensterscheiben des Zuges einschlagen können. © Friso Gentsch

Gefährlicher neuer Trend

Offenbar kommen Nothämmer, wie man sie in Bussen und Bahnen des Öffentlichen Nahverkehrs findet, um im Notfall Scheiben einschlagen zu können, zunehmend als Bewaffnung bei Jugendlichen in Mode. In Bahnhöfen und vielen anderen Plätzen wie beispielsweise dem Alten Botanischen Garten sind Messer und andere Waffen verboten. Manche Jugendliche scheinen das Verbot dadurch zu umgehen, dass sie Nothämmer einstecken. Bei Kontrollen fanden Polizisten zuletzt immer öfter das Notfallwerkzeug.


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