Tollwood, die Zeltstadt mit Herz

Tollwood führt seine „Artgerecht“-Kampagne auf dem Sommerfestival fort. Es geht um den würdevollen Umgang mit Nutztieren. Dafür will der Künstler HA Schult ein Schwein fliegen lassen
| Jasmin menrad
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Typisch Sommer-Tollwood: Besucher schieben sich über den Markt, im Zirkus stehen die Artisten Kopf, draußen „Zugabe“-Rufe für die Straßenkünstler — und in der Musik-Arena geht’s von Bayern in die Welt.
Bernd Wackerbauer Typisch Sommer-Tollwood: Besucher schieben sich über den Markt, im Zirkus stehen die Artisten Kopf, draußen „Zugabe“-Rufe für die Straßenkünstler — und in der Musik-Arena geht’s von Bayern in die Welt.

Tollwood führt seine „Artgerecht“-Kampagne auf dem Sommerfestival fort. Es geht um den würdevollen Umgang mit Nutztieren. Dafür will der Künstler HA Schult ein Schwein fliegen lassen.

München - Der Künstler HA Schult, dieser Typ mit dem Vokuhila und der eloquenten Ausdrucksweise, will ein Schwein fliegen lassen. Und reiht sich mit dieser Ankündigung elegant ein in die Reihe der Weltverbesserer-Künstler, die Tollwood alle halbe Jahre holt, um die Festival-Besucher an ihre Verantwortung für die Erde zu mahnen. Tollwood als Zeltstadt mit Herz.

Beim Winterfestival war’s ein begehbarer Käfig, der die industrielle Tierhaltung erfahrbar machte. Aufgestellt von Wolfgang Flatz, der 2001 in Berlin die Haut des Bullen Bodo aus 40 Metern Höhe auf den Asphalt klatschen ließ.

Jetzt also HA Schult, und man will nicht glauben, dass es bei seiner Eröffnungs-Performance Schweine regnet. Sicher ist, dass er für das Tollwood ein 55 Meter langes Tableau erschaffen hat: „Wir - das Tier“ wird während der gesamten Festival-Dauer vom 2. bis 27. Juli auf dem Tollwood-Gelände im Olympiapark Süd stehen. Der von elf Bildpaaren gesäumte Weg soll den Besuchern das ambivalente Verhältnis von Mensch und Tier verdeutlichen.

Durch die Bilder vor den Kopf gestoßen, können die auch selbst aktiv werden: Tollwood führt die Kampagne „Artgerecht“ mit dem Deutschen Tierschutzbund weiter. 70000 Menschen haben auf dem Winter-Tollwood für einen würdevollen und ethisch vertretbaren Umgang mit Nutztieren unterschrieben. Im Herbst sollen die Unterschriften der Agrarministerkonferenz übergeben werden.

Freilich mag München sein Tollwood eben gerade wegen dieses dicken, breiten Öko-Anstrichs: Das Helle von Hacker-Pschorr ist öko, und fast alle auf dem Festival verarbeiteten Lebensmittel sind bio-zertifiziert. Für Kinder und spielfreudige Erwachsene gibt’s eine Recycling-Alpentierkarussell, das aus Schwemmholz der Rhone gebaut wurde. Auf den Viecherln dürfen nur Kinder reiten, für die Großen gibt’s die Elternwippe.

Im Kinderzelt werden die Kleinen an die Schönheit der Tierwelt und faszinierende Artenvielfalt mit Aktionen, einer elf Meter langen Holzarche und Workshops herangeführt. Früh übt sich, wer unseren Planeten retten will.

 

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