Todessturz aus dem Heißluftballon - Ein letzter Schrei um Hilfe

Sie litt an einer mysteriösen Krankheit: Der Wunsch von Monika B.: Ihr Tod sollte nicht umsonst gewesen sein. Vor einer Woche stürzte sich die 55-jährige Münchnerin aus einem Heißluftballon 500 Meter in die Tiefe.
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Aus einem Heißluftballon ist Monika B. gestürzt (Symbolfoto)
fib Aus einem Heißluftballon ist Monika B. gestürzt (Symbolfoto)

Sie litt an einer mysteriösen Krankheit: Der Wunsch von Monika B.: Ihr Tod sollte nicht umsonst gewesen sein. Vor einer Woche stürzte sich die 55-jährige Münchnerin aus einem Heißluftballon 500 Meter in die Tiefe.

MÜNCHEN Mit ihrem verzweifelten Selbstmord wollte sie auf ihr Schicksal aufmerksam machen: Monika B. litt an Morgellons. Eine mysteriöse Hautkrankheit, bei der den Patienten winzige Fasern aus der Haut wachsen, was bei den Betroffenen zu extremen Schmerzen führt.

In dem Abschiedsbrief an einen Bekannten hatte Monika B. alles geplant, ihre Beerdigung organisiert und wer sich in Zukunft um ihren Vater kümmern sollte.

2008 hatte das Leid begonnen. Sie fühlte sich schlecht, ihre Glieder schmerzten. Doch kein Medikament half, keine Therapie. Dann wuchs die erste Faser an ihrer Hand. Doch die Ärzte waren ratlos.

Bis Monika B. sich an das Borreliose-Centrum in Augsburg wandte. Dort wurde erstmals der Verdacht laut, die Frau könnte an Morgellons leiden. Die 55-Jährige verbrachte Monate in verschiedenen Krankenhäusern und in der Psychotherapie. Dass ihre Krankheit oft nicht ernst genommen wurde, belastete die Frau sehr – zu sehr.

Viel ist über die Krankheit Morgellons nicht bekannt. Sie soll vor allem in Küstenregionen auftreten. Laut den Berichten Betroffener wachsen die Fasern in verschiedenen Farben: blau, rot, weiß, schwarz. Es soll sich dabei um anorganisches Material handeln, das sich in dünnen, einigen Millimeter langen Fasern durch Wunden aus der Haut der Betroffenen bohrt – woraus die Fasern allerdings tatsächlich bestehen, ist bisher unerforscht.

In Fachkreisen ist die Erkrankung allerdings umstritten. Einige Wissenschaftler siedeln Morgellons im psychischen Bereich an, als eine Variante des Dermatozoen- oder Parasitenwahns. Dabei leiden Betroffenen unter der wahnhaften Vorstellung, dass sich Würmer oder Insekten unter ihrer Haut bewegen. Und im Internet kursieren die wildesten Theorien.

Doch die Wissenschaft scheint die Krankheit inzwischen ernst zu nehmen: In den USA wird Morgellons nun erforscht. Mittlerweile hat das Centers for Diseases Control, eine dem Gesundheitsministerium unterstellte Einrichtung, die Krankheit anerkannt.

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