Tierpark Hellabrunn: Neues Affenhaus darf nicht öffnen

Hellabrunn hat sein neues Affenhaus eingeweiht – von dem haben vorerst nur die Tiere etwas. Schuld daran ist Corona.
| Victoria Kunzmann
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Diese Kattas konnten ihr neues Zuhause schon beziehen.
Daniel von Loeper 2 Diese Kattas konnten ihr neues Zuhause schon beziehen.
Tierpark Hellabrunn/ Lennart Preiss 2

München - Nach fast vierzig Jahren bekommen die kleinen Affen in Hellabrunn ein schöneres und modernes Zuhause – und kein Tierpark-Besucher kann es bestaunen. Denn noch immer sind die Häuser wegen des Coronavirus gesperrt.

Doch der Tierpark will zeigen, "dass das Leben in Hellabrunn nicht stillsteht", sagte Direktor Rasem Baban am Freitag der AZ. Rund eine Million Euro kostete der Umbau, dabei wurde die komplette Technik erneuert. Die Fußbodenheizung wurde durch Deckenstrahler und Heizwände ersetzt – das ist umweltschonender und für die Affen besser.

© Tierpark Hellabrunn/ Lennart Preiss

Und so haben die Braunkopf-Kammeraffen, die Roten Varis, die Lisztaffen, Kattas und Siamangs ein neues Reich mit insgesamt 118 Baumstämmen, Felsen und Seilen zum Klettern und Hangeln. Wie in ihrer natürlichen Umgebung, dem Regenwald.

"Unsere Klammeräffchen interessiert Corona nicht"

Die Innenanlage besteht aus fünf Gehegen. Die beiden der Siamangs und der Braunkopf-Klammeraffen sind etwa doppelt so groß wie vorher. Dafür ist der Besucherraum kleiner geworden. Der Boden ist in den Gehegen mit einem natürlichen Substrat ausgelegt, das eigens für Hellabrunn zusammengestellt wurde. Es besteht aus heimischen Bestandteilen, die "Urwaldboden simulieren", erklärt Baban. Der Boden wird im Haus der Gorillas und Schimpansen schon seit Jahren verwendet.

Als Besucher hat man ebenfalls das Gefühl, im Regenwald zu sein – zumindest ein bisschen. Der Boden in Holzoptik, grüne Wände und Sitzgelegenheiten, dazu zieren künstliche Bambusstangen den Besucherraum und dienen als Halterung für neue interaktive Wände. Aus Soundkapseln kommen Geräusche live aus dem Regenwald in Ecuador – ein Artenschutzprojekt, das Hellabrunn mitfinanziert. Die Geräusche werden über alte Smartphones, die im südamerikanischen Wald ausgelegt sind, direkt übertragen.

Über die Touchscreens können die Besucher sich über die Affenarten, den Lebensraum und die Bedrohung der Tiere informieren – wenn sie das Affenhaus wieder betreten dürfen. Wann es soweit ist, kann Tierparkdirektor Baban nicht sagen.

Den Affen macht das nichts aus: "Unsere Klammeräffchen interessiert Corona nicht", sagt er. Sie können ihr neues Zuhause deshalb schon jetzt beziehen – auch, wenn sich die Besucher noch gedulden müssen.

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