Tierpark Hellabrunn: Elefanten gesund trainieren

Die Rüsseltiere im Tierpark Hellabrunn werden intensiv gepflegt und behandelt. Damit das reibungslos klappt, gibt es Medical Training.
| Maximilian Neumair
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Tierärztin Dr. Gohl versorgt eine kleine Wunde bei Elefant Gajendra.
Marc Müller/Tierpark Hellabrunn 3 Tierärztin Dr. Gohl versorgt eine kleine Wunde bei Elefant Gajendra.
Tierpfleger kontrollieren die Ohren von Elefant Mangala.
Marc Müller/Tierpark Hellabrunn 3 Tierpfleger kontrollieren die Ohren von Elefant Mangala.
Auch die Dusche muss mit den Elefanten trainiert werden.
Marc Müller/Tierpark Hellabrunn 3 Auch die Dusche muss mit den Elefanten trainiert werden.

München - Vertrauen ist das Schlüsselwort bei der Tierpfleger-Tier-Beziehung. Nur dann lässt sich ein Elefant erfolgreich untersuchen und behandeln. Damit dieses Vertrauen geschaffen wird, trainiert das Hellabrunner Elefantenteam jeden Morgen vor Öffnung des Tierparks mit Mangala, Temi, Panang und Gajendra. Durch dieses sogenannte Medical Training können die Tierpfleger Blut- und Urinproben nehmen, die Füße richtig pflegen sowie Haut und Maul der Elefanten überprüfen – und das alles ganz ohne Narkose.

Tierpark Hellabrunn: Elefanten-Training ist positiv und spielerisch

Tierpfleger Sascha Nolde erklärt: "Elefanten sind Gewohnheitstiere, deshalb ist es wichtig, dass wir das Training als tägliche Routine in den Tagesablauf integrieren." Nolde koordiniert das Training bei den Elefanten, jedoch üben alle fünf Pfleger des Teams mit den Tieren "im geschützten Kontakt". Es befindet sich zwischen Mensch und Tier also immer eine Barriere.

Trainiert wird ganz positiv und spielerisch. Wie in der klassischen Konditionierung üblich, wird viel mit Belohnungen gearbeitet. Der Tierpfleger zeigt beim Training mit dem "Target" auf das Maul. Öffnet der Elefant dann sein Maul und lässt Zähne und Zunge kontrollieren, wird das ausgeführte Kommando mit einem Klicker bestätigt und es gibt schließlich die Belohnung.

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Lieblingsfutter als positive Verstärkung

Ähnlich läuft es bei den Tierärzten ab. Lassen die Elefanten die kleine Spritze mit dem Impfstoff hinter das Ohr setzen, gibt es zur Belohnung das Lieblingsfutter. So weiß zum Beispiel Elefant Panang ganz genau, dass ihn Köstlichkeiten erwarten, wenn er brav einen Fuß nach dem anderen anhebt.

Wichtig ist, dass in das Training keine Routine einkehrt. Es braucht Abwechslung in der Durchführung, deshalb werden auch mal eine Blutabnahme oder Urinprobe in den Trainingsablauf eingebaut. Mal werden zuerst die Haut und Ohren kontrolliert, mal werden die Elefanten zuerst abgeduscht und ein anderes Mal müssen sie zuerst die Füße anheben.

Elefanten werden psychisch und physisch gefordert

Neben der medizinischen Versorgung dient das Training auch als Beschäftigung für die Tiere. So werden sie trotz fehlender Futter- und Partnersuche im Gehege psychisch und physisch gefördert und gefordert. Wenn die Tiere dann mal ernsthaft verletzt oder krank sind, ist die Vertrauensbasis da, um entsprechende Behandlungen durchzuführen.

Wer das Elefanten-Training im Tierpark einmal live erleben möchte, dem sei der Tierpfleger-Treffpunkt bei den Elefanten täglich um 14.15 Uhr empfohlen.

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