Paviane weg, Pandas kommen: Hellabrunn räumt Gehege für Chinas Leihbären

Der Tierpark soll zwei Riesenpandas bekommen, und die brauchen Platz. Jetzt wurde das erste Gehege für die prestigeträchtigen Exemplare freigeräumt, eine weitere Art muss ebenfalls umziehen.
von  Guido Verstegen
23 Mantelpaviane aus dem Tierpark Hellabrunn sind nach Bosnien und Algerien umgezogen.
23 Mantelpaviane aus dem Tierpark Hellabrunn sind nach Bosnien und Algerien umgezogen. © Jan Saurer/Monacoshots

Fertigstellung und Eröffnung der Anlage für die Großen Pandas sind erst für 2028 geplant, doch mit dem jetzt vollzogenen Umzug haben die Verantwortlichen des Tierparks Hellabrunn einen ersten wichtigen Meilenstein für das Großprojekt gesetzt. Denn die bisherige Paviananlage soll künftig Teil der neuen Panda-Anlage sein, wie es in einer Mitteilung des Tierparks heißt. Die zweite Hälfte der großzügig geplanten Anlage entstehe auf dem Gelände der bisherigen Lama-Anlage. Die dort lebenden Tiere ziehen im Laufe des Jahres ins "Mühlendorf" auf dem Gelände um.

Wie berichtet sollen in zwei Jahren zwei Riesenpandas in Hellabrunn einziehen. Sie sind eine Leihgabe der Volksrepublik China, die die Bären seit mehr als 50 Jahren nach politischen Gesichtspunkten ins Ausland verleiht. München bekommt nach Berlin als zweiter Tierpark in Deutschland Riesenpandas. Die Tiere gelten in der freien Wildbahn als gefährdet.

"Alle Tiere sind wohlauf"

Der Transport der Paviane nach Algerien beziehungsweise Bosnien sei unkompliziert gewesen, heißt es: "Alle Tiere sind wohlauf." Die insgesamt 23 Mantelpaviane habe man nach ausführlichen Gesundheitschecks in zwei Gruppen aufgeteilt, ehe es mit Unterstützung eines professionellen Tiertransport-Unternehmens per Flugzeug nach Algerien beziehungsweise über den Landweg nach Bosnien ging.

Markus Söder, (CSU) sitzt während einer Pressekonferenz im Tierpark Hellabrunn neben einem Stoffpanda. Auf seiner China-Reise hat Bayerns Ministerpräsident die Grundlage für die Panda-Leihgabe gelegt.
Markus Söder, (CSU) sitzt während einer Pressekonferenz im Tierpark Hellabrunn neben einem Stoffpanda. Auf seiner China-Reise hat Bayerns Ministerpräsident die Grundlage für die Panda-Leihgabe gelegt. © Peter Kneffel /dpa

"Beide zoologischen Einrichtungen sind für die Mantelpaviane eine sehr gute Alternative zum Tierpark Hellabrunn", sagt Tierpark-Direktor Rasem Baban: "Die Abgabe erfolgte in enger Abstimmung mit dem Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Mantelpaviane und die Zoos in Algerien und Bosnien haben in den letzten Monaten komplett neue Anlagen für die Primaten errichtet."

Mit dem geplanten Bau der Anlage für Große Pandas verfolgt der Tierpark Hellabrunn nach eigenen Angaben das Ziel, moderne Tierhaltung, internationalen Artenschutz und neue Bildungsangebote für Besucher miteinander zu verbinden. Weitere Informationen zum Zeitplan und zur Gestaltung der neuen Anlage sollen in den kommenden Monaten vorgestellt werden.

Tiere gelten zollrechtlich als Ware

Für das Zollamt Garching-Hochbrück bedeutete das Ganze eine durchaus außergewöhnliche Abfertigung. "Da Tiere zollrechtlich als Waren gelten, musste für den Transport eine ordnungsgemäße Ausfuhranmeldung beim zuständigen Zollamt eingereicht werden. Darüber hinaus unterlägen Mantelpaviane dem internationalen Artenschutz nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES), teilte das Zollamt mit. Für jedes einzelne Tier sei daher eine gültige Ausfuhrgenehmigung – eine sogenannte CITES-Bescheinigung – erforderlich gewesen.

"Der Schutz bedrohter Tierarten endet nicht an den Grenzen. Mit den Kontrollen stellt der Zoll sicher, dass internationale Artenschutzbestimmungen eingehalten werden und geschützte Tiere nur mit den erforderlichen Genehmigungen transportiert werden", sagt Thomas Meister, Sprecher des Hauptzollamts München.

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