Teures München: So viel Prozent des Nettoeinkommens frisst die Miete auf
Wer in München wohnen will, braucht vor allem eines: ein gut gefülltes Bankkonto.Im Schnitt 21,44 Euro Miete pro Quadratmeter waren laut dem bayerischen Ministerium für Wohnen und Bau im Jahr in München fällig.
Jede Menge Geld, die da monatlich an den Vermieter fließen und einiges vom Einkommen auffressen. Doch wie viel Prozent von Lohn oder Gehalt müssen in der bayerischen Landeshauptstadt für die eigenen vier Wände, wenn auch nur gemietet, hingeblättert werden?
Das Immobilienportal immowelt hat das Verhältnis zwischen Warmmiete und dem Haushaltsnettoeinkommen einer dreiköpfigen Familie mit 1,5 Durchschnittseinkommen (ein Vollverdiener, ein Teilverdiener, ein Kind) in den 107 kreisfreien Städten untersucht und kam dabei für München auf einen erschreckend hohen Wert.
Miete vs. Einkommen: München liegt weit über der Schmerzgrenze
Als Berechnungsbasis für die Miete griff immowelt auf Angebote einer 90-Quadratmeter-Wohnung mit Baujahr in den 90ern zurück, die auf dem Immobilienportal immowelt.de inseriert wurden. Die Nebenkosten wurden mit 2,67 Euro pro Quadratmeter veranschlagt.
Laut immowelt-Studie verfügt eine dreiköpfige Familie mit 1,5 Durchschnittsverdienern in München statistisch über 5094 Euro netto im Monat. Für eine 90-Quadratmeter-Wohnung sind im Schnitt 2146 Euro Warmmiete pro Monat fällig. Zieht man die Miete nun vom Nettoeinkommen ab, dann liegt die Wohnkostenbelastung in München bei erschreckenden 42,1 Prozent. Das heißt, dass fast die Hälfte des Nettoeinkommens in München für die Miete draufgeht.
Mit 42,1 Prozent liegt München weit über der allgemein geltenden Schmerzgrenze für Warmmieten in Höhe von 30 Prozent. Wer mehr vom verfügbaren Einkommen für seine Warmmiete ausgibt, hat nur noch wenig finanziellen Spielraum für den Alltag, Vorsorge oder unerwartete monetäre Ausgaben. München ist die einzige kreisfreie Stadt in Deutschland mit einem Wert über der 40-Prozent-Marke.
Städte-Ranking: München belegt den 107. und letzten Platz
Mit diesem Wert belegt die Stadt München den unrühmlichen 107. und letzten Platz im immowelt-Städte-Ranking. Aber die bayerische Metropole liegt nicht alleine über der 30-Prozent-Schmerzgrenze, in 48 von 107 untersuchten Städten – also in fast jeder zweiten kreisfreien Stadt – wird die kritische 30-Prozent-Marke für die Wohnkostenbelastung – teils weit überschritten.
So liegen die Werte in Berlin und Potsdam bei 38,3 bzw. 37,1 Prozent. Auch in den anderen beiden deutschen Millionenstädten Hamburg und Köln liegt man mit 34,2 bzw. 34,3 Prozent über der Schmerzgrenze und hat einen Platz unter den zehn Städten mit den schlechtesten Werten inne.
Etwas überraschend findet man Rostock auf Platz 104. Statistisch gesehen verdient man in der Hansestadt netto 3452 Euro, für die Warmmiete sind 1255 Euro fällig, also 36,4 Prozent des Nettoeinkommens.
Ranking: Die zehn kreisfreien Städte mit dem höchsten prozentualen Anteil
| Platz | Stadt | Warmmiete (90 m²) in Euro | Haushaltsnettoeinkommen einer dreiköpfigen Familie (1,5 Durchschnittsverdiener) |
Prozentualer Anteil der Warmmiete am Nettoeinkommen |
| 107 | München | 2146 | 5094 | 42,1 |
| 106 | Berlin | 1525 | 3982 | 38,3 |
| 105 | Potsdam | 1383 | 3729 | 37,1 |
| 104 | Rostock | 1255 | 3452 | 36,4 |
| 103 | Frankfurt am Main | 1748 | 4962 | 35,2 |
| 102 | Köln | 1471 | 4283 | 34,3 |
| 101 | Hamburg | 1473 | 4304 | 34,2 |
| 100 | Landshut | 1232 | 3631 | 33,9 |
| 99 | Freiburg im Breisgau | 1404 | 4147 | 33,9 |
| 98 | Fürth | 1243 | 3684 | 33,7 |
Auch kleinere kreisfreie Städte wie z. B. Freiburg, Fürth, Delmenhorst und Kaufbeuren befinden sich mittlerweile über der 30-Prozent-Grenze. Ein Indiz dafür, dass die finanzielle Belastung durch hohe Mieten nicht mehr ein reines Problem der großen deutschen Metropolen ist.
Hohe Mietbelastung nicht mehr nur Problem der großen Metropolen
"Die finanzielle Überlastung durch die Miete ist längst kein Problem mehr, das auf die Metropolen begrenzt ist. Die deutlichen Anstiege von Mieten und Nebenkosten in den vergangenen Jahren haben dafür gesorgt, dass Familien inzwischen auch in kleineren Städten einen erheblichen Teil des verfügbaren Einkommens für die Wohnkosten ausgeben müssen", sagt immowelt CEO Theo Mseka. "Gleichzeitig bestehen bei der Wohnkostenbelastung nach wie vor erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Städten."
Diese Unterschiede sieht man, wenn man einen Blick auf die Spitze des Rankings wirft. Wer in Wolfsburg zur Miete wohnt, muss nur 17,7 Prozent seines Nettoeinkommens für die monatliche Warmmiete ausgeben.
Statistisch liegt das durchschnittliche Einkommen in der VW-Stadt bei 5529 Euro und damit sogar 436 Euro über dem Münchner Wert, doch die durchschnittliche Warmmiete beträgt nur 978 Euro. Eine dreiköpfige Familie in Wolfsburg hat also 1603 Euro mehr zur Verfügung als in München.
Auch Salzgitter liegt mit 19,6 Prozent noch knapp unter der 20-Prozent-Marke.
Ranking: Die zehn kreisfreien Städte mit dem geringsten prozentualen Anteil
| Platz | Stadt | Warmmiete (90 m²) in Euro | Haushaltsnettoeinkommen einer dreiköpfigen Familie (1,5 Durchschnittsverdiener) |
Prozentualer Anteil der Warmmiete am Nettoeinkommen |
| 1 | Wolfsburg | 978 | 5529 | 17,7 |
| 2 | Salzgitter | 933 | 4756 | 19,6 |
| 3 | Schweinfurt | 1003 | 4611 | 21,8 |
| 4 | Emden | 920 | 4106 | 22,4 |
| 5 | Chemnitz | 763 | 3336 | 22,9 |
| 6 | Duisburg | 913 | 3982 | 22,9 |
| 7 | Ingolstadt | 1298 | 5637 | 23 |
| 8 | Ludwigshafen | 1176 | 5079 | 23,2 |
| 9 | Gelsenkirchen | 859 | 3681 | 23,3 |
| 10 | Herne | 894 | 3750 | 23,8 |
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