Teures München: So viel Prozent des Nettoeinkommens frisst die Miete auf

Dass München für Mieter das teuerste Pflaster der Republik ist, ist kein Geheimnis. Eine Studie von immowelt zeigt nun, wie viel Prozent des Einkommens in München für die Miete draufgeht – und dieser Wert liegt weit über der allgemein geltenden Schmerzgrenze.
Andre Wagner
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Wer in München zur Miete wohnt, muss mit über 40 Prozent seines Nettoeinkommens dafür aufkommen. (Symbolbild)
Wer in München zur Miete wohnt, muss mit über 40 Prozent seines Nettoeinkommens dafür aufkommen. (Symbolbild) © Peter Kneffel/dpa

Wer in München wohnen will, braucht vor allem eines: ein gut gefülltes Bankkonto.Im Schnitt 21,44 Euro Miete pro Quadratmeter waren laut dem bayerischen Ministerium für Wohnen und Bau im Jahr in München fällig.

Jede Menge Geld, die da monatlich an den Vermieter fließen und einiges vom Einkommen auffressen. Doch wie viel Prozent von Lohn oder Gehalt müssen in der bayerischen Landeshauptstadt für die eigenen vier Wände, wenn auch nur gemietet, hingeblättert werden?

Das Immobilienportal immowelt hat das Verhältnis zwischen Warmmiete und dem Haushaltsnettoeinkommen einer dreiköpfigen Familie mit 1,5 Durchschnittseinkommen (ein Vollverdiener, ein Teilverdiener, ein Kind) in den 107 kreisfreien Städten untersucht und kam dabei für München auf einen erschreckend hohen Wert.

Miete vs. Einkommen: München liegt weit über der Schmerzgrenze

Als Berechnungsbasis für die Miete griff immowelt auf Angebote einer 90-Quadratmeter-Wohnung mit Baujahr in den 90ern zurück, die auf dem Immobilienportal immowelt.de inseriert wurden. Die Nebenkosten wurden mit 2,67 Euro pro Quadratmeter veranschlagt.

Laut immowelt-Studie verfügt eine dreiköpfige Familie mit 1,5 Durchschnittsverdienern in München statistisch über 5094 Euro netto im Monat. Für eine 90-Quadratmeter-Wohnung sind im Schnitt 2146 Euro Warmmiete pro Monat fällig. Zieht man die Miete nun vom Nettoeinkommen ab, dann liegt die Wohnkostenbelastung in München bei erschreckenden 42,1 Prozent. Das heißt, dass fast die Hälfte des Nettoeinkommens in München für die Miete draufgeht.

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Mit 42,1 Prozent liegt München weit über der allgemein geltenden Schmerzgrenze für Warmmieten in Höhe von 30 Prozent. Wer mehr vom verfügbaren Einkommen für seine Warmmiete ausgibt, hat nur noch wenig finanziellen Spielraum für den Alltag, Vorsorge oder unerwartete monetäre Ausgaben. München ist die einzige kreisfreie Stadt in Deutschland mit einem Wert über der 40-Prozent-Marke.

Städte-Ranking: München belegt den 107. und letzten Platz

Mit diesem Wert belegt die Stadt München den unrühmlichen 107. und letzten Platz im immowelt-Städte-Ranking. Aber die bayerische Metropole liegt nicht alleine über der 30-Prozent-Schmerzgrenze, in 48 von 107 untersuchten Städten – also in fast jeder zweiten kreisfreien Stadt – wird die kritische 30-Prozent-Marke für die Wohnkostenbelastung – teils weit überschritten.

So liegen die Werte in Berlin und Potsdam bei 38,3 bzw. 37,1 Prozent. Auch in den anderen beiden deutschen Millionenstädten Hamburg und Köln liegt man mit 34,2 bzw. 34,3 Prozent über der Schmerzgrenze und hat einen Platz unter den zehn Städten mit den schlechtesten Werten inne.

Etwas überraschend findet man Rostock auf Platz 104. Statistisch gesehen verdient man in der Hansestadt netto 3452 Euro, für die Warmmiete sind 1255 Euro fällig, also 36,4 Prozent des Nettoeinkommens.

Ranking: Die zehn kreisfreien Städte mit dem höchsten prozentualen Anteil

Platz Stadt Warmmiete (90 m²) in Euro Haushaltsnettoeinkommen
einer dreiköpfigen Familie
(1,5 Durchschnittsverdiener) 
Prozentualer Anteil der
Warmmiete am
Nettoeinkommen
107 München 2146 5094 42,1
106 Berlin 1525 3982 38,3
105 Potsdam 1383 3729 37,1
104 Rostock 1255 3452 36,4
103 Frankfurt am Main 1748 4962 35,2
102 Köln 1471 4283 34,3
101 Hamburg 1473 4304 34,2
100 Landshut 1232 3631 33,9
99 Freiburg im Breisgau 1404 4147 33,9
98 Fürth 1243 3684 33,7

Auch kleinere kreisfreie Städte wie z. B. Freiburg, Fürth, Delmenhorst und Kaufbeuren befinden sich mittlerweile über der 30-Prozent-Grenze. Ein Indiz dafür, dass die finanzielle Belastung durch hohe Mieten nicht mehr ein reines Problem der großen deutschen Metropolen ist. 

Hohe Mietbelastung nicht mehr nur Problem der großen Metropolen

"Die finanzielle Überlastung durch die Miete ist längst kein Problem mehr, das auf die Metropolen begrenzt ist. Die deutlichen Anstiege von Mieten und Nebenkosten in den vergangenen Jahren haben dafür gesorgt, dass Familien inzwischen auch in kleineren Städten einen erheblichen Teil des verfügbaren Einkommens für die Wohnkosten ausgeben müssen", sagt immowelt CEO Theo Mseka. "Gleichzeitig bestehen bei der Wohnkostenbelastung nach wie vor erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Städten."

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Diese Unterschiede sieht man, wenn man einen Blick auf die Spitze des Rankings wirft. Wer in Wolfsburg zur Miete wohnt, muss nur 17,7 Prozent seines Nettoeinkommens für die monatliche Warmmiete ausgeben. 

Statistisch liegt das durchschnittliche Einkommen in der VW-Stadt bei 5529 Euro und damit sogar 436 Euro über dem Münchner Wert, doch die durchschnittliche Warmmiete beträgt nur 978 Euro. Eine dreiköpfige Familie in Wolfsburg hat also 1603 Euro mehr zur Verfügung als in München.

Auch Salzgitter liegt mit 19,6 Prozent noch knapp unter der 20-Prozent-Marke.

Ranking: Die zehn kreisfreien Städte mit dem geringsten prozentualen Anteil

Platz Stadt Warmmiete (90 m²) in Euro Haushaltsnettoeinkommen
einer dreiköpfigen Familie
(1,5 Durchschnittsverdiener) 
Prozentualer Anteil der
Warmmiete am
Nettoeinkommen
1 Wolfsburg 978 5529 17,7
2 Salzgitter 933 4756 19,6
3 Schweinfurt 1003 4611 21,8
4 Emden 920 4106 22,4
5 Chemnitz 763 3336 22,9
6 Duisburg 913 3982 22,9
7 Ingolstadt 1298 5637 23 
8 Ludwigshafen  1176 5079 23,2
9 Gelsenkirchen 859 3681 23,3
10 Herne 894 3750 23,8 
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