Teure Aktion bei EM in München: Youtuber soll fast 23.000 Euro Strafe zahlen
Am 14. Juni 2024, bzw. an den Tagen danach, schaffte es Marvin Wildhage europaweit zu einer gewissen Berühmtheit. Doch die Aktion, die dazu führte, dürfte den deutschen Youtuber (rund 1,14 Millionen Abonnenten) nun ziemlich teuer zu stehen kommen. Was ist passiert?
Zum Eröffnungsspiel Deutschland gegen Schottland (5:1) in der Allianz Arena verschaffte sich Wildhage unerlaubt Zugang – mit gefälschten, selbstgebastelten Akkreditierungen und einem 400-Euro-Fake-Kostüm des EM-Maskottchen "Albärt" aus China. Der Youtuber und seine Begleiter gelangten dabei nicht nur ins Stadion, sondern sogar bis auf das Spielfeld.
Als Fake-Maskottchen in die Allianz Arena geschlichen: Youtuber erhält Strafbefehl
Von der Aktion, mit der Wildhage auf Sicherheitslücken bei der Eingangskontrolle aufmerksam machen wollte, und die sowohl die Uefa als auch die Betreiber der Allianz Arena alles andere als gut aussehen ließ, stellte er im Anschluss ein Video bei Youtube ein. Die Europäische Fußballunion versuchte noch, dies zu unterbinden – allerdings ohne Erfolg. Dafür wurde Wildhage während der EM in Deutschland mit einem Stadionverbot belegt.
Knapp 20 Monate später wird Marvin Wildhage nun mit strafrechtlichen Konsequenzen konfrontiert. Wie er in einem neuen Youtube-Video bekannt gab, hat der 29-Jährige vom Amtsgericht München einen Strafbefehl erhalten. Die darin geforderte Summe hat es wirklich in sich. "Die Maskottchen-Sache wird teurer als gedacht", erzählt Wildhage zu Beginn des Videos. Die im Strafbefehl angesetzte Geldstrafe beträgt 17.500 Euro und setzt sich aus 70 Tagessätzen zu je 250 Euro zusammen. Aber nicht nur das. Zudem soll das Geld eingezogen werden, das Wildhage mit der Aktion verdient haben soll. Angeblich soll es sich dabei um 5400 Euro handeln. "Als ich das das erste Mal gelesen habe, da habe ich schon doof aus der Wäsche geguckt", so Wildhage in seinem Video. Die Gesamthöhe der Geldstrafe beträgt damit 22.900 Euro.
Wildhage wird unter anderem Urkundenfälschung in sechs Fällen und Erschleichung von Leistung vorgeworfen. Wie auf dem Rechtsportal "Legal Tribune Online" (LTO) zu lesen ist, dürfte zumindest der Vorwurf der Erschleichung durchaus fragwürdig sein. Wildhage selbst gibt an, dass er sich mit der Aktion nicht den Eintrittspreis sparen wollte, sondern vielmehr auf Sicherheitslücken beim Einlass aufmerksam machen wollte.
Fast 23.000 Euro Geldstrafe: Youtuber erhebt Einspruch
Von der geforderten Gesamtsumme der Geldstrafe von 22.900 Euro zeigte sich der 29-jährige Youtuber irritiert und gab an, dass er mithilfe eines Anwalts bereits Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt habe. Somit kommt es nun vor dem Amtsgericht München zu einer öffentlichen Hauptverhandlung. Ein Termin dafür steht noch nicht fest.
Sollte es zu einer Verurteilung kommen und es bei der bisher geforderten Geldstrafe bleiben, wird es für Marvin Wildhage zwar teuer, vorbestraft gilt der 29-Jährige allerdings nicht – die ist erst bei einer Verurteilung zu 90 oder mehr Tagessätzen der Fall.
